Bauherren oder Investoren, die in Nordrhein-Westfalen eine Immobilie oder ein Grundstück kaufen, müssen auf dem Kaufpreis des notariellen Kaufvertrages Grunderwerbsteuer bezahlen. Diese Steuer wird in jedem Bundesland individuell festgesetzt. Die Grunderwerbsteuer in NRW gehört mit 6,5% zu den höchsten Sätzen in Deutschland, auch 2022. Für 2023 ist bisher keine Revision vorgesehen. 6,5% werden auch in Brandenburg, dem Saarland und in Bremen fällig. Sie möchten in ein Haus oder ein Grundstück kaufen? Mit unserem Grunderwerbsteuer NRW Rechner 2023 ermitteln Sie die Steuer für alle Kaufbeträge sofort.

Kaufpreis:
Bundesland:
 

 

2021 konnte die Finanzverwaltung in Nordrhein-Westfalen 4,108 Mrd. Euro an Grunderwerbsteuer einnehmen. 2020 waren es 3,660 Mrd. Euro.

Der Grunderwerbsteuersatz für Kaufverträge bis 31.12.2014

Für Kaufverträge, die bis zum 31.12.2014 verwirklicht wurden galt nach dem Gesetz- und Verordnungsblatt (GV. NRW.), Ausgabe 2011 Nr. 18 vom 29.7.2011 Seite 377 bis 392 ein Satz von 5,0%.

Der Grunderwerbsteuersatz für Kaufverträge seit 01.01.2014

Grunderwerbsteuer NRW - Tipps und InformationenFür Kaufverträge, die seit dem 01.01.2015 verwirklicht werden gilt in NRW ein Grunderwerbsteuersatz von 6,5%.

Laut dem Gesetz- und Verordnungsblatt (GV. NRW.), Ausgabe 2014 Nr. 43 vom 30.12.2014 Seite 929 bis 968 gilt:

Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Festsetzung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer
Vom 18. Dezember 2014
Der Landtag hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:

Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Festsetzung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer

Artikel 1
Das Gesetz über die Festsetzung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer vom 25. Juli 2011 (GV. NRW. S. 389), wird wie folgt geändert:
1. In § 1 Absatz 1 wird der Wert „5“ ersetzt durch den Wert „6,5“.
2. § 1 Absatz 2 wird wie folgt neu gefasst: „Der Steuersatz nach Absatz 1 ist auf Erwerbsvorgänge anzuwenden, die ab dem 1. Januar 2015 verwirklicht werden.“

Artikel 2
Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 2015 in Kraft.

Grunderwerbsteuer NRW 2022 und 2023

Sowohl in 2022 als auch in 2023 beträgt der Satz für die Grunderwerbsteuer in NRW 6,5%. Eine Ermäßigung des Steuersatzes in 2023 ist bisher nicht von der Regierung geplant. Und die Förderung Zuschuss läuft zum 31.12.2022 aus. Die Landesregierung wartet auf Impulse der Bundesregierung zu diesem Thema.

Berechnung für einen Immobilienkauf in Nordrhein-Westfalen

Den Betrag beim Immobilienkauf für die Grunderwerbsteuer können Sie einfach berechnen: Nehmen Sie einfach einen Taschenrechner und multiplizieren Sie den Kaufpreis des Hauses bzw. Grundstücks mit 6,5.

Kaufpreis [Euro] x 6,5 = Grunderwerbsteuer [Euro]

Beispiel

Annahme: Laut dem notariellen Kaufvertrag beträgt der Kaufpreis des Hauses mit Grundstück 380.000 Euro

Fällige Grunderwerbsteuer: 380.000 Euro x 6,5 = 24,700 Euro

Bei der Planung und Berechnung des Kreditbedarfs bei einem Immobilienerwerb werden die Nebenkosten oft unterschätzt.

Wie das Beispiel für die Grunderwerbsteuer in NRW zeigt, langt der Staat hier neben der Mehrwertsteuer noch einmal kräftig zu.

Beispiel Grunderwerbsteuer Köln

Köln ist durchaus ein teures Pflaster, was den Immobilienerwerb angeht. Laut Immoscout24 müssen Hauskäufer für eine Gebrauchtimmobilien im Durchschnitt 4.181 €/m² zahlen. Für eine Wohnfläche von 150 m² sind dafür 627.150 Euro an Kaufpreis fällig. Für die Grunderwerbsteuer in Köln würde das Finanzamt einen Bescheid über den zu zahlenden Betrag von 40.765 Euro dem Käufer zu senden. Für eine Wohnfläche von 250 m² ergibt sich für die Musterrechnung eine Steuer von 67.941 Euro.

Förderung NRW.Zuschuss Wohneigentum nur 2022

Wer in 2022 Wohneigentum als Privatperson zur Selbstnutzung erworben hat, konnte einen Zuschuss im Rahmen des Förderprogramms NRW.Zuschuss Wohneigentum bis maximal 10.000 Euro erhalten. Diese Förderung wird 2023 nicht weiter geführt (Stand Dezember 2022). Für die Grunderwerbsteuer in Niedersachsen gibt es diese Förderung nicht.

Finanzministerium NRW Einnahmen Grunderwerbsteuer

Wie hat sich das Steueraufkommen für die Transaktionen von Eigentumswohnungen, Hauskäufe und Grundstückstransaktionen in Nordrhein-Westfalen entwickelt. In der Abbildung 1 ist der Verlauf dargestellt. Deutlich wird die kontinuierliche Steigerung der Steuereinnahmen. In 2012 lag die Aufkommen der Grunderwerbsteuer bei 1,6 Mrd. Euro. 2013 waren es 1,7 Mrd. Euro, 2014 1,9 Mrd. Euro. in 2015 erfolgte mit einer Zunahme von rund 0,6 Mrd. Euro ein deutlicher Anstieg auf 2,5 Mrd. Euro. So ging es weiter: 2016 wurden 2,9 Mrd. Euro eingenommen. 2017 konnte sich er Fiskus in NRW über 3,1 Mrd. Euro, 2018 über 3,3 Mrd. Euro und 2019 und 2020 jeweils über 3,7 Mrd. Euro freuen. 2021 wurde mit 4,1 Mrd. Euro Grunderwerbsteuer ein neuer Allzeitrekord aufgestellt.

NRW Steuereinnahmen an Grunderwerbsteuer

Abb. 1: Steuereinnahmen durch die Grunderwerbsteuer des Landes Nordrhein-Westfalen. Quelle: https://www.finanzverwaltung.nrw.de

Elster

Elster ist für die Beantwortung der Fragen zur Grundsteuererklärung zuständig. Die Grunderwerbsteuer in NRW wird nicht über Elster oder die neue Elster App verwaltet, sondern der Bescheid kommt direkt vom zuständigen Finanzamt. Der die Steuer Entrichtende braucht diese nicht zu erklären oder Aussagen dazu tätigen, sondern nur den fälligen Betrag an das Finanzamt zahlen.

Fazit

NRW FlaggeNRW gehört zu den Spitzenreitern bei der Besteuerung beim Grundstückskauf. Hier werden 6,5% fällig. Nur in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Saarland ist die Grunderwerbsteuer so hoch wie in Nordrhein-Westfalen. Eine Entlastung wurde zwar 2017 in Betracht gezogen, bisher ist allerdings nicht passiert.

Auch 2022 ist bisher diesbezüglich nichts passiert. Deswegen haben der Bund der Steuerzahler in NRW, die SPD und Die Grünen, die Landesregierung aufgefordert, die versprochene Grunderwerbsteuersenkung endlich zu veranlassen: Quelle: Wz.de
Auf der Webseite des Landes www.finanzverwaltung.nrw.de/ gibt es 2 Einträge zum Thema. Die angekündigte Bemühung um eine Entlastung ist nach wie vor von 2017. Ein Update gibt es auch 4 Jahre später noch nicht. Also bleibt für Immobilienerwerber alles beim Alten: satte 6,5%.
Verschiedene Verbände fordern weiterhin eine Senkung der Steuer und schlagen einen Stufentarif von 0 – 5% in Abhängigkeit vom Kaufpreis vor.

Übersicht: Tabelle Grunderwerbsteuersatz für Städte in NRW

In der Tabelle 1 ist der Steuersatz für die größten Städte in Nordrhein-Westfalen angegeben.

Tab. 1: Grunderwerbsteuer Satz in Prozent ausgewählter Städte in NRW

Stadt in NRW Grunderwerbsteuersatz
Aachen 6,50%
Arnsberg 6,50%
Bergheim 6,50%
Bergisch Gladbach 6,50%
Bielefeld 6,50%
Bocholt 6,50%
Bochum 6,50%
Bonn 6,50%
Bottrop 6,50%
Castrop-Rauxel 6,50%
Detmold 6,50%
Dinslaken 6,50%
Dormagen 6,50%
Dorsten 6,50%
Dortmund 6,50%
Duisburg 6,50%
Düren 6,50%
Düsseldorf 6,50%
Essen 6,50%
Gelsenkirchen 6,50%
Gladbeck 6,50%
Grevenbroich 6,50%
Gütersloh 6,50%
Hagen 6,50%
Hamm 6,50%
Herford 6,50%
Herne 6,50%
Herten 6,50%
Hürth 6,50%
Iserlohn 6,50%
Kerpen 6,50%
Köln 6,50%
Krefeld 6,50%
Langenfeld (Rheinland) 6,50%
Leverkusen 6,50%
Lippstadt 6,50%
Lüdenscheid 6,50%
Lünen 6,50%
Marl 6,50%
Minden 6,50%
Moers 6,50%
Mönchengladbach 6,50%
Mülheim an der Ruhr 6,50%
Münster 6,50%
Neuss 6,50%
Oberhausen 6,50%
Paderborn 6,50%
Ratingen 6,50%
Recklinghausen 6,50%
Remscheid 6,50%
Rheine 6,50%
Siegen 6,50%
Solingen 6,50%
Troisdorf 6,50%
Unna 6,50%
Velbert 6,50%
Viersen 6,50%
Wesel 6,50%
Witten 6,50%
Wuppertal 6,50%

 

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