Die Grunderwerbsteuer beträgt in Bayern 3,5%Bauherren, Immobilieninvestoren oder einfach alle, die nur ein Grundstück kaufen möchten: In Bayern kommt der Käufer steuerlich gut weg. Zumindest was die Grunderwerbsteuer betrifft, denn geringer als die hier fälligen 3,5% geht’s in Deutschland nimmer. Dies wird auch vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hier amtlich bestätigt. Damit unterstützt das Bundesland eindeutig den Erwerb von Wohneigentum, indem es aktiv die Nebenkosten beim Immobilien Erwerb gering hält. Dies ist in den meisten Bundesländern nicht der Fall.

Höhe der Grunderwerbsteuer bei Hauskauf in Bayern berechnen

Mit unserem Rechner können Sie für jeden beliebigen Kaufpreis schnell die fällige Grunderwerbsteuer für den Immobilienerwerb 2023 in Bayern berechnen.

 

Kaufpreis:
Bundesland:
 

 

Aber auch die fälligen 3,5% erhöhen die Summe für den Hauskauf meist um mehr als 10.000 Euro. Bei einem Hauspreis von 350.000 Euro beträgt die Grunderwerbsteuer 12.250 Euro. Bei einem Immobilienpreis von 500.000 Euro sind bereits 22.750 Euro zu zahlen.

Beispielrechnung und Hauskauf in München

Sie möchten eine Immobilie in Bayern mit Kaufwert 350.000 Euro kaufen:

Kaufpreis: 350.000 €
Bundesland: Bayern

Kaufpreis: 350.000,00 €
Grunderwerbsteuer Bayern: 12.250,00 €
Gesamtpreis: 362.250,00 €

Für den Immobilienerwerb in München müssen Käufer tiefer in die Tasche greifen: Laut dem Portal immoscout24 ist der Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus 10.040 Euro/Quadratmeter (Stand 26.12.2022). Damit ist der durchschnittliche Kaufpreis für das Bestandsobjekt von 200 Quadratmeter 2.008.000 Euro. Dafür wird eine Grunderwerbsteuer vom Finanzamt München in Höhe von 70.280 Euro fällig.

Grundstückspreise

Wie variieren die Grundstückspreise je nach Art des Grundstücks in Bayern? In der Tabelle (Download) sind die Preise getrennt für Wohnbauland, Baureifes Land, Rohbauland, Wirtschaftlich genutztes Bauland und Sonstiges Bauland angegeben.

Download – Bayern Grundstückspreise nach Art des Grundstücks 2021

Bayern Grunderwerbsteuer Freibetrag

Für Käufer von Eigentumswohnungen, Grundtücken oder Immobilien gilt ein Freibetrag bis 2.500 Euro an Kaufkosten. Bis zu dieser Höhe fällt keine Grunderwerbsteuer an. Das ist natürlich ein sehr geringer Wert und vermutlich liegen die Gegenwerte bei Kauf bei 99% aller Immobilientransaktionen in Bayern deutlich darüber. Um den Eigenwohnanteil im Land zu erhöhen, setzt sich aber die Bayerische Landesregierung für einen Freibetrag für den Ersterwerb von selbstgenutzten Wohnimmobilien ein (Quelle: stmfh.bayern.de):

“FÜRACKER: BAYERISCHES STEUERPAKET FÜR MEHR WOHNRAUM UND WICHTIGE INFRASTRUKTUR
Stärkere steuerliche Anreize bei Grundstücksverkäufen: Freistaat legt 5-Punkte-Plan zur Baulandmobilisierung im Bundesrat vor
Außerdem soll die Festlegung der Höhe des im Koalitionsvertrag vorgesehenen
Grunderwerbsteuer-Freibetrags für den Ersterwerb selbstgenutzten Wohneigentums Sache der Länder werden.”

Wann der Freibetrag für die Grunderwerbsteuer in Bayern kommt und wie hoch er ausfällt ist aktuell für 2023 noch nicht bekannt.

Länderöffnungsklausel

Die Bayerische Landesregierung möchte den Freibetrag in die Zuständigkeit der Länder legen. Sie argumentiert mit einer hohen Variabilität von Grundstückspreisen in Deutschland und daher der Notwendigkeit von landesspezifische Freibetragsregelungen, im Rahmen einer Länderöffnungsklausel. In der Tat gibt es ein deutliches Nord- Süd und Ost-Süd Gefälle bei Grundstückspreisen in Deutschland.

Weiterführende Informationen

Bayerisches Landesamt für Steuern:

Welche Vorgänge unterliegen der Grunderwerbsteuer?
Was sind Grundstücke im Sinne des Grunderwerbsteuergesetzes?
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?
Wer schuldet die Grunderwerbsteuer?
Wann entsteht die Grunderwerbsteuer und wann ist sie zur Zahlung fällig?

Grunderwerbsteuer NRW 2023

Grunderwerbsteuer 2022 und 2023 in bayerischen Städten

Auch für Bayern gilt: die Höhe der Grunderwerbsteuer ist reine Ländersache. Aber innerhalb eines Bundeslandes gilt nur ein Steuersatz, die Städte und Gemeinden haben diesbezüglich keinen Einfluss. In der folgenden Tabelle sind die Steuersätze für einige größere bayerische Städte angegeben.

Grunderwerbsteuersatz in Steuersatz
Grunderwerbsteuer Amberg 3,5%
Aschaffenburg 3,5%
Grunderwerbsteuer Augsburg 3,5%
Bad Kissingen 3,5%
Grunderwerbsteuer Bamberg 3,5%
Bayreuth 3,5%
Grunderwerbsteuer Coburg 3,5%
Dachau 3,5%
Grunderwerbsteuer Deggendorf 3,5%
Erding 3,5%
Grunderwerbsteuer Erlangen 3,5%
Forchheim 3,5%
Grunderwerbsteuer Freising 3,5%
Fürstenfeldbruck 3,5%
Fürth 3,5%
Grunderwerbsteuer Garmisch-Partenkirchen 3,5%
Grunderwerbsteuer Germering 3,5%
Herzogenaurach 3,5%
Grunderwerbsteuer Hof (Saale) 3,5%
Grunderwerbsteuer Ingolstadt 3,5%
Kaufbeuren 3,5%
Grunderwerbsteuer Kempten (Allgäu) 3,5%
Kitzingen 3,5%
Grunderwerbsteuer Königsbrunn 3,5%
Kulmbach 3,5%
Grunderwerbsteuer Landsberg am Lech 3,5%
Landshut 3,5%
Grunderwerbsteuer Lauf an der Pegnitz 3,5%
Lichtenfels 3,5%
Lindau (Bodensee) 3,5%
Grunderwerbsteuer Memmingen 3,5%
Grunderwerbsteuer München 3,5%
Grunderwerbsteuer Neuburg an der Donau 3,5%
Neumarkt in der Oberpfalz 3,5%
Neu-Ulm 3,5%
Grunderwerbsteuer Nördlingen 3,5%
Grunderwerbsteuer Nürnberg 3,5%
Ottobrunn 3,5%
Grunderwerbsteuer Passau 3,5%
Pfaffenhofen an der Ilm 3,5%
Grunderwerbsteuer Regensburg 3,5%
Grunderwerbsteuer Rosenheim 3,5%
Roth 3,5%
Schwabach 3,5%
Grunderwerbsteuer Schwandorf 3,5%
Schweinfurt 3,5%
Sonthofen 3,5%
Grunderwerbsteuer Starnberg 3,5%
Straubing 3,5%
Unterhaching 3,5%
Grunderwerbsteuer Unterschleißheim 3,5%
Weiden in der Oberpfalz 3,5%
Grunderwerbsteuer Weilheim in Oberbayern 3,5%
Grunderwerbsteuer Würzburg 3,5%

Formulare für Grunderwerbsteuer München erhalten Sie beim zuständigen Finanzamt hier

Entwicklung der Grunderwerbsteuer in Bayern

In der folgenden Tabelle sind die Steuersätze seit 1978 aufgeführt. In den 60er und 70er Jahren gab es die Möglichkeit der Steuerbefreiung, insbesondere bei Selbstnutzung.

 

Jahr Grunderwerbsteuer
Steuersatz in [%]
1978 7,0%
1982 7,0%
1983 2,0%
1984 2,0%
1985 2,0%
1986 2,0%
1987 2,0%
1988 2,0%
1989 2,0%
1990 2,0%
1991 2,0%
1992 2,0%
1993 2,0%
1994 2,0%
1995 2,0%
1996 2,0%
1997 3,5%
1998 3,5%
1999 3,5%
2000 3,5%
2001 3,5%
2002 3,5%
2003 3,5%
2004 3,5%
2005 3,5%
2006 3,5%
2007 3,5%
2008 3,5%
2009 3,5%
2010 3,5%
2011 3,5%
2012 3,5%
2013 3,5%
2014 3,5%
2015 3,5%
2016 3,5%
2017 3,5%
2018 3,5%
2019 3,5%
2020 3,5%
2021 3,5%
2022 3,5%
2023 3,5%

Literatur

Bayern Recht Art. 8 Grunderwerbsteuerverbund

News

Bayerische Staatsregierung: Die Abgabefrist bei der Grundsteuererklärung endet am 31. Januar 2023. Durch die Verlängerung um 3 Monate zum ursprünglichen Abgabenende erhalten die Bürger mehr Zeit um die Erklärung in Elster abzugeben. Pressemitteilung.