Rentenerhöhung 2024 zum 1. Juli bei 3,5%?Die Ampel-Regierung muss sparen. Ist davon auch die Rente betroffen? Ende 2023 gab es in der Presse entsprechende Artikel mit dem Thema Rentenanpassung in Gefahr. Fakt ist, Ruheständler können sich entspannen: Es wird auch in 2024 zum 1. Juli eine Rentenanpassung geben. Spekuliert wurde mit einem Plus von 3,5% für die Rentenerhöhung, geworden sind es laut Deutsche Rentenversicherung letztlich satte 4,57% brutto. Netto überweist die Deutsche Rentenversicherung allerdings einen geringeren Betrag, da durch die Erhöhung auch die Abzüge für die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung steigen. Wie hoch die Rente in diesem Jahr steigt, können Sie in der Tabelle 1 zur Rentenerhöhung 2024 sehen. Die Rentenerhöhung 2025 könnte laut unserer Prognose um die 3,0% betragen.

Der Hintergrund: In Deutschland werden Rentenanpassungen regelmäßig vorgenommen, um die Renten an die wirtschaftliche Entwicklung anzupassen und die Kaufkraft der Rentner zu sichern. Die Renten werden in der Regel anhand des sogenannten aktuellen Rentenwertes und anderer Faktoren berechnet. Die Prognose für die Rentenerhöhung 2024 ist 3,5%.
In 2022 und 2023 konnten sich Ruheständler über hohe Zuwächse freuen. Aus der Tabelle zur Rentenerhöhung weiter unten ist zu ersehen, dass das Plus 2022 im Rentenbereich Ost 6,12% und West 5,86% sehr hoch war. In 2023 waren es immerhin noch Ost 5,86% und West 4,39%. Aus steuerlicher Sicht ist der Rentenfreibetrag in 2024 von Bedeutung.

Rentenerhöhung 2024 = 4,57%

 

Rentenerhöhung 2024 Tabelle

Am 1. Juli 2024 wird Deutschland eine Rentenerhöhung von 4,57% einführen, was eine bedeutende Veränderung für Millionen von Rentnern im Land darstellt (Tabelle 1). Diese Erhöhung wird sich auf eine Vielzahl von aktuellen Rentenbeträgen auswirken, wobei die Auswirkungen auf jeden einzelnen Rentner je nach ihrer aktuellen Rente variieren.

Tab. 1: Rentenerhöhung 2024 Tabelle für die Erhöhung um 4,57% zum 1. Juli 2024

aktuelle Rente 2024 Rentenplus Rente zum 1.7.2024 bei Erhöhung um 4,57%
Euro Euro Euro
700 31,99 731,99
750 34,28 784,28
800 36,56 836,56
850 38,85 888,85
900 41,13 941,13
950 43,42 993,42
1.000 45,70 1045,70
1.050 47,99 1097,99
1.100 50,27 1150,27
1.150 52,56 1202,56
1.200 54,84 1254,84
1.250 57,13 1307,13
1.300 59,41 1359,41
1.350 61,70 1411,70
1.400 63,98 1463,98
1.450 66,27 1516,27
1.500 68,55 1568,55
1.550 70,84 1620,84
1.600 73,12 1673,12
1.650 75,41 1725,41
1.700 77,69 1777,69
1.750 79,98 1829,98
1.800 82,26 1882,26
1.850 84,55 1934,55
1.900 86,83 1986,83
1.950 89,12 2039,12
2.000 91,40 2091,40
2.050 93,69 2143,69
2.100 95,97 2195,97
2.150 98,26 2248,26
2.200 100,54 2300,54
2.250 102,83 2352,83
2.300 105,11 2405,11
2.350 107,40 2457,40
2.400 109,68 2509,68
2.450 111,97 2561,97
2.500 114,25 2614,25
2.550 116,54 2666,54
2.600 118,82 2718,82
2.650 121,11 2771,11
2.700 123,39 2823,39
2.750 125,68 2875,68
2.800 127,96 2927,96
2.850 130,25 2980,25
2.900 132,53 3032,53
2.950 134,82 3084,82
3.000 137,10 3137,10

Betrachten wir die Entwicklung anhand der vorliegenden Tabelle: Die aktuellen Rentenbeträge erstrecken sich von 700 Euro bis 3000 Euro. Mit einer Erhöhung von 4,57% wird die Rentenerhöhung ebenfalls variieren, beginnend bei 31,99 Euro für eine aktuelle Rente von 700 Euro bis hin zu 137,10 Euro für eine Rente von 3000 Euro.
Für einen Rentner, dessen monatliche Rente beispielsweise 1000 Euro beträgt, würde die Erhöhung von 45,70 Euro auf 1045,70 Euro ansteigen.
Eine Rente von 2000 Euro würde eine Erhöhung von 91,40 Euro erfahren und sich auf 2091,40 Euro erhöhen. Für Rentner mit höheren Rentenbeträgen wie 2500 Euro oder 3000 Euro wird die Erhöhung entsprechend größer sein.
Es ist wichtig anzumerken, dass Rentenerhöhungen wie diese nicht nur die finanzielle Stabilität der Rentner verbessern, sondern auch dazu beitragen, die Kaufkraft zu stärken und die Wirtschaft anzukurbeln. Indem Rentner mehr Geld zur Verfügung haben, können sie mehr in den Konsum investieren, was wiederum Unternehmen unterstützt und das Wirtschaftswachstum fördert.
Die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2024 ist daher nicht nur eine Maßnahme zur Sicherung des Lebensunterhalts der Rentner, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Stärkung der gesamten Wirtschaft. Es zeigt das Engagement der Regierung, die finanzielle Sicherheit der älteren Bevölkerung zu gewährleisten und den sozialen Zusammenhalt im Land zu fördern.

Auch bei höheren Rentenniveaus wird die Auswirkung der Rentenerhöhung evident. Eine gegenwärtige Rente von 3.000 Euro steigt nach einer Erhöhung um 4,57 % auf 3.137,10 Euro.

Grafik zur Rentenerhöhung

In der Abbildung 2 ist der Rentenzuwachs durch die Rentenanpassung zum 1. Juli 2024 grafisch dargestellt. Aufgrund der linearen Abhängigkeit steigen das Rentenplus natürlich mit steigenden Rentenbezügen. Aktuelle Renten von 1.000 Euro erhalten 45,70 Euro monatlich dazu, Renten mit 5.000 Euro erhalten 228,50 Euro.

Soviel Rente gibt es durch die Rentenerhöhung 2024 dazu

Abb. 1: Rentenzuwachs (vertikale Achse) für aktuelle Renten (horizontale Achse) im Chart

Kritik

Kritik zur Rentenanhebung 2024 kommt von den Arbeitgebern. Sie argumentieren, die geplante Anhebung sei nicht finanzierbar. Präsident Dulger weist auch auf damit verbundene Beitragserhöhungen hin. Aber auch einige Ökonomen fordern eine Änderung des Rentensystems. so hat der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen angesichts steigender Lebenserwartung eine Nullrunde bei der Rentenerhöhung gefordert.

Entwicklung

Wie hat sich die Rentenanpassung seit 2000 entwickelt? In der Abbildung 2 ist der Verlauf dargestellt. Die Entwicklung der Rentenerhöhungen in den alten Bundesländern (West) und den Neuen Bundesländern (Ost) in den Jahren 2000 bis 2023 zeigt eine vielschichtige Dynamik, geprägt von wirtschaftlichen, demografischen und politischen Einflüssen. Die Rentenanpassungen spiegeln die Bemühungen wider, eine ausgewogene Balance zwischen der Sicherung der Lebensqualität der Rentner und der langfristigen Finanzierbarkeit der Rentenversicherung zu finden.
Im Jahr 2000 verzeichneten beide Regionen eine moderate Anpassung von jeweils 0,6 Prozent. Die Jahre 2001 bis 2003 zeigten eine ansteigende Tendenz, wobei die Rentenerhöhungen in den Neuen Bundesländern etwas höher ausfielen als im Westen. Diese Phase spiegelte die positive wirtschaftliche Entwicklung nach der Jahrtausendwende wider.
Ein markanter Wendepunkt war das Jahr 2004, in dem die Renten in beiden Regionen unverändert blieben. Dies war möglicherweise eine Reaktion auf wirtschaftliche Herausforderungen oder eine strategische Anpassung, um die langfristige Stabilität der Rentenversicherung zu gewährleisten.
Die Jahre 2006 bis 2010 zeigen eine Periode der Stagnation, in der die Renten in beiden Regionen nahezu konstant blieben. Dies könnte auf wirtschaftliche Unsicherheiten und den Nachhaltigkeitsfaktor zurückzuführen sein, der darauf abzielt, die Rentenentwicklung im Einklang mit der demografischen Entwicklung zu halten.

Entwicklung der Rentenanpassungen in Deutschland

Abb. 2: Entwicklung der Rentenerhöhungen von 2000 – 2023. Quelle: deutsche-rentenversicherung.de

Ungeachtet dem jährlichen Plus bei der Rentenzahlung leben rund 7 Mio. Rentner monatlich von einer Rente, die unter 1250 Euro liegt.

Steigende Dynamik seit 2011

Ab 2011 setzte eine erneute Steigerung der Rentenanpassungen ein, die bis 2016 kontinuierlich anstieg. Insbesondere 2016 verzeichneten die Ost- Bundesländer eine beachtliche Erhöhung von 5,95 Prozent, während die West-Bundesländer mit 4,25 Prozent folgten. Diese Phase könnte auf eine günstige wirtschaftliche Lage und Bemühungen zur Angleichung der Renten zwischen Ost und West zurückzuführen sein.
Die Jahre 2017 bis 2023 zeigen eine anhaltende positive Tendenz, wobei die Rentenanpassungen insgesamt höher ausfielen. Im Jahr 2022 erreichten die Rentenerhöhungen in den Neuen Bundesländern mit 6,12 Prozent einen Höhepunkt, gefolgt von den alten Bundesländern mit 5,35 Prozent. Dies spiegelt möglicherweise den politischen Fokus auf die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West wider.
Die Rentenanpassungen im Jahr 2023 setzen diesen Trend fort, wobei die Erhöhungen in den alten Bundesländern bei 4,39 Prozent und in den Neuen Bundesländern bei 5,68 Prozent liegen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und demografischer Veränderungen weiterhin Anstrengungen unternommen werden, die Renten angemessen zu erhöhen und gleichzeitig die langfristige Stabilität des Rentensystems sicherzustellen.

Tabelle Rentenanpassung 2000 – 2023

In der Tabelle 2 sind die Daten aus der Abbildung 1 in einer Übersicht angegeben.

Tab. 2 Tabelle zur Rentenerhöhung 2000 – 2023

Rentenanpassung zum West Ost
2000 0,6 0,6
2001 1,91 2,11
2002 2,16 2,89
2003 1,04 1,19
2004 0 0
2005 0 0
2006 0 0
2007 0,54 0,54
2008 1,1 1,1
2009 2,41 3,38
2010 0 0
2011 0,99 0,99
2012 2,18 2,26
2013 0,25 3,29
2014 1,67 2,53
2015 2,1 2,5
2016 4,25 5,95
2017 1,9 3,29
2018 3,22 3,37
2019 3,18 3,91
2020 3,45 4,2
2021 0 0,72
2022 5,35 6,12
2023 4,39 5,68

Jährliche Rentenanpassung

Laut Gesetz wird einmal jährlich eine Rentenanpassung zum 1. Juli vorgenommen. Die Rentenerhöhung verläuft aber nicht wie auf einem Basar, wie es bei den Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmen oder dem öffentlichen Dienst zugeht. Vielmehr bestehen nach dem Sozialgesetzbuch Rechenvorschriften. Laut dem § 65 Anpassung der Renten gilt:

“Zum 1. Juli eines jeden Jahres werden die Renten angepasst, indem der bisherige aktuelle Rentenwert durch den neuen aktuellen Rentenwert ersetzt wird.”

Dabei wird der aktueller Rentenwert nach § 68 wie folgt ermittelt:

(1) Der aktuelle Rentenwert ist der Betrag, der einer monatlichen Rente wegen Alters der allgemeinen Rentenversicherung entspricht, wenn für ein Kalenderjahr Beiträge aufgrund des Durchschnittsentgelts gezahlt worden sind. Am 30. Juni 2005 beträgt der aktuelle Rentenwert 26,13 Euro.
Er verändert sich zum 1. Juli eines jeden Jahres, indem der bisherige aktuelle Rentenwert mit diesen 3 Einflussfaktoren für die Veränderung

1. der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (Infos liefert auch der Brutto Netto Rechner 2024),
2. des Beitragssatzes zur allgemeinen Rentenversicherung und
3. dem Nachhaltigkeitsfaktor

Prognose zur Rentenerhöhung 2025 – 2030

In den frühen 1990er Jahren gab es in Deutschland aufgrund der Wiedervereinigung erhebliche Veränderungen in der Wirtschaft und im Rentensystem. In den folgenden Jahren wurden die Renten regelmäßig angepasst. Die genaue Höhe der Erhöhung ist von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Lohnentwicklung, die Inflation und die finanzielle Situation der Rentenversicherung. Spannend wäre die Frage, wie die Prognose zur Rentenerhöhung 2025 von Hubertus Heil aussieht. Leider äußert sich der Bundesarbeitsminister dazu nicht.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Rentenentwicklung in Deutschland kontrovers diskutiert wird. Besonders im Hinblick auf die Frage, ob die Renten den steigenden Lebenshaltungskosten und den individuellen Bedürfnissen der Rentner ausreichend angepasst werden. Die genauen Rentenerhöhungen können von Jahr zu Jahr variieren. Für 2025 ist aufgrund der erwarteten abnehmenden Inflation und geringerer Lohnentwicklung mit einer im Vergleich zu 2024 niedrigeren Rentenerhöhung zu rechnen. Die Prognose der Redaktion ist ein Zuwachs von 2,5% – 3%.

Wie würde sich die Rente erhöhen, wenn die Rentenerhöhung in 2025 um “nur” 2,5% oder aber 3,0% betragen würde? In der Tabelle 2 sind die resultierenden Rentenbeträge angegeben.

Tab. 2: Modellrechnung zur Prognose der Rentenerhöhung 2025

Rente Januar 2025 Rente bei Erhöhung um 2,5% zum 1.7.2025 Rente bei Erhöhung um 3,0% zum 1.7.2025
Euro Euro Euro
700 717,50 721,00
750 768,75 772,50
800 820,00 824,00
850 871,25 875,50
900 922,50 927,00
950 973,75 978,50
1.000 1025,00 1030,00
1.050 1076,25 1081,50
1.100 1127,50 1133,00
1.150 1178,75 1184,50
1.200 1230,00 1236,00
1.250 1281,25 1287,50
1.300 1332,50 1339,00
1.350 1383,75 1390,50
1.400 1435,00 1442,00
1.450 1486,25 1493,50
1.500 1537,50 1545,00
1.550 1588,75 1596,50
1.600 1640,00 1648,00
1.650 1691,25 1699,50
1.700 1742,50 1751,00
1.750 1793,75 1802,50
1.800 1845,00 1854,00
1.850 1896,25 1905,50
1.900 1947,50 1957,00
1.950 1998,75 2008,50
2.000 2050,00 2060,00
2.050 2101,25 2111,50
2.100 2152,50 2163,00
2.150 2203,75 2214,50
2.200 2255,00 2266,00
2.250 2306,25 2317,50
2.300 2357,50 2369,00
2.350 2408,75 2420,50
2.400 2460,00 2472,00
2.450 2511,25 2523,50
2.500 2562,50 2575,00
2.550 2613,75 2626,50
2.600 2665,00 2678,00
2.650 2716,25 2729,50
2.700 2767,50 2781,00
2.750 2818,75 2832,50
2.800 2870,00 2884,00
2.850 2921,25 2935,50
2.900 2972,50 2987,00
2.950 3023,75 3038,50
3.000 3075,00 3090,00

Die vorliegende Tabelle gewährt Einblicke in deren voraussichtliche Entwicklung nach einer geplanten Rentenerhöhung zum 1. Juli 2025. In der ersten Spalte sind die derzeitigen Rentenzahlungen aufgeführt, gefolgt von den prognostizierten Renten bei einer Erhöhung um 2,5% in der zweiten Spalte und um 3,0 % in der dritten Spalte.

Längerfristige Vorhersage

In der Abbildung 3 ist die Prognose der Redaktion bis 2030 dargestellt.
Laut dem Rentenversicherungsbericht 2023 der Bundesregierung sollen die Renten bis 2037 um rund 43% steigen. Im Durchschnitt würde das eine Rentenanpassung von +2,6% pro Jahr entsprechen.

In der Prognose der Redaktion zur Rentenerhöhung gehen wir für 2025 von einer noch erhöhten Inflationsrate in Deutschland aus. Auch das Lohnwachstum dürfte überdurchschnittlich bleiben. Wir prognostizieren daher ein Rentenplus 2025 von 3,0 % und für 2026 ein Plus von 2,8%. Für 2027, 2028, 2029 und 2030 liegt die Vorhersage bei 2,6%. Die tatsächliche Rentenanhebung wird von der Entwicklung der wesentlichen Einflussfaktoren abhängen, die aktuell nicht kalkulierbar sind.

Prognose zur Rentenerhöhung bis 2030

Abb. 3: Prognose der Redaktion zur Rentenerhöhung 2025 – 2030

Die Daten zu Abbildung 3 und eine Prognose der Inflationsrate sind in der Tabelle 3 angegeben.

Tab. 3: Rentenerhöhung Prognose bis 2030 und Prognose zur Inflation des IWF bis 2028

Jahr Rentenerhöhung Prognose [%] Inflation Prognose IWF  [%]
2024 4,6 2,4
2025 3,0 2,0
2026 2,8 2,0
2027 2,6 2,0
2028 2,6 2,0
2029 2,6 2,0
2030 2,6

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seiner Prognose vom April 2024 von Inflationsraten in den kommenden Jahren von 2,0% aus. Andere Marktteilnehmer rechnen mit Verbraucherpreisänderungen zwischen 2% und 3%.
Für Rentner würde damit die Kaufkrauft durch eine Rentenerhöhung bis 2030 unter einem Prozent liegen.

Rentenerhöhung und Inflationsentwicklung

Die Inflation hat erhebliche Auswirkungen auf die Renten und kann die finanzielle Stabilität von Rentnern beeinträchtigen. Wenn die Inflation steigt, verliert das Geld an Kaufkraft, was bedeutet, dass die gleiche Menge Geld weniger Waren und Dienstleistungen kaufen kann.

Inflation höher als Rentensteigerung

Wenn die Inflation über der Rentenerhöhung liegt, bedeutet dies, dass die Kosten für Waren und Dienstleistungen schneller steigen als die Höhe, um die die Renten erhöht werden. Dies hat zur Folge, dass die Kaufkraft der Rentenzahlungen abnimmt. Rentner müssen mehr für ihre Bedürfnisse ausgeben, während ihre Einkommen nicht im gleichen Maße steigen. Dadurch kann ihr Lebensstandard sinken, da sie weniger Geld für andere Ausgaben haben oder sogar gezwungen sein könnten, Einschnitte bei wichtigen Ausgaben vorzunehmen, um über die Runden zu kommen. Eine solche Situation kann zu finanzieller Belastung, Unsicherheit und möglicherweise zu einem Anstieg der Armut unter Rentnern führen.

Inflationsrate geringer als Rentenzuwachsrate

Auf der anderen Seite, wenn die Inflation niedriger ist als die Rentenerhöhung, bedeutet dies, dass die Kosten für Waren und Dienstleistungen langsamer steigen als die Rentenzahlungen. Dies kann für Rentner vorteilhaft sein, da ihre Kaufkraft relativ stabil bleibt oder sogar steigt. Rentner könnten in der Lage sein, ihre Ersparnisse zu schonen oder sogar zu vermehren, da sie mehr Geld übrig haben, um ihre Bedürfnisse zu decken. Eine niedrigere Inflation im Vergleich zur Rentenerhöhung könnte Rentnern daher eine gewisse finanzielle Sicherheit bieten und es ihnen ermöglichen, ihren Lebensstandard zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Kontra – Kritik – Diskussion zur Höhe der Rentenerhöhung

Die Höhe der Rentenerhöhungen in Deutschland wird in Zukunft voraussichtlich nicht mehr so großzügig ausfallen können wie in der Vergangenheit. Dies liegt an einer Vielzahl von demografischen, wirtschaftlichen und politischen Faktoren, die den finanziellen Spielraum für Rentenerhöhungen erheblich einschränken.

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist die demografische Veränderung in Deutschland. Die Bevölkerung altert, was bedeutet, dass immer mehr Menschen in den Ruhestand treten, während die Anzahl der Erwerbstätigen, die in das Rentensystem einzahlen, abnimmt. Laut Prognosen des Statistischen Bundesamts wird der Anteil der über 67-Jährigen bis 2030 auf etwa 30 Prozent steigen. Diese demografische Verschiebung erhöht den Druck auf das Rentensystem, da eine kleinere Basis von Beitragszahlern für eine wachsende Anzahl von Rentenempfängern aufkommen muss. Das Umlageverfahren, auf dem das deutsche Rentensystem basiert, stößt hier an seine Grenzen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die wirtschaftliche Lage. Das Wachstum der Löhne und Gehälter, das einen direkten Einfluss auf die Rentenanpassung hat, wird möglicherweise nicht so dynamisch verlaufen wie in der Vergangenheit. Wirtschaftliche Unsicherheiten, wie die Auswirkungen der Globalisierung, technologischer Wandel und die Digitalisierung, können das Wirtschaftswachstum dämpfen und somit auch die Entwicklung der Löhne verlangsamen. Zudem spielt die Inflation eine Rolle: Wenn die Lebenshaltungskosten schneller steigen als die Löhne, wird es schwieriger, die Renten in einem angemessenen Maß zu erhöhen, ohne die finanzielle Stabilität des Rentensystems zu gefährden. Dies bemängelt beispielsweise der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), der die gesetzliche Festschreibung des Rentenniveaus auf 48% kritisiert.

Politische Entscheidungen beeinflussen ebenfalls die Rentenerhöhungen. Die Rentenanpassungsformel in Deutschland berücksichtigt neben der Lohnentwicklung auch den Nachhaltigkeitsfaktor, der die demografische Entwicklung reflektiert (die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer plädiert für eine Kopplung der Rentenerhöhung an die Inflationsrate anstelle der Lohnentwicklung). Eine Verschlechterung des Verhältnisses von Beitragszahlern zu Rentenempfängern führt zu geringeren Rentenerhöhungen. Zudem gibt es politische Bestrebungen, die finanzielle Nachhaltigkeit des Rentensystems zu gewährleisten, was zu restriktiveren Anpassungen führen könnte. Die jüngsten Reformen wie die Rente mit 67 oder die Einführung der Grundrente sind Beispiele dafür, wie die Politik versucht, auf die demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu reagieren.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zukünftigen Rentenerhöhungen in Deutschland aufgrund der demografischen Veränderungen, der wirtschaftlichen Lage und politischer Entscheidungen vermutlich geringer ausfallen werden. Die Herausforderungen, die sich aus einer alternden Bevölkerung und einer geringeren Anzahl von Beitragszahlern ergeben, erfordern nachhaltige Reformen und eine ausgewogene Politik, um die finanzielle Stabilität des Rentensystems zu gewährleisten. Andernfalls könnten drastischere Maßnahmen notwendig werden, die das Rentenniveau weiter beeinflussen.

Literatur

Der Bundesrat hat am 14. Juni 2024 der Rentenanpassung zum 1. Juli 2024 zugestimmt.

Die Bundesregierung hat am 29. Mai 2024 das Rentenpaket II beschlossen.

Bundestag – Verordnung zur Bestimmung der Rentenwerte in der gesetzlichen Rentenversicherung und in der Alterssicherung der Landwirte
zum 1. Juli 2018 (Rentenwertbestimmungsverordnung 2018 – RWBestV 2018). Link.

15.12.2024 ifo Institut  Dresden für Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung. Text.

IWF- https://www.imf.org/external/datamapper/PCPIPCH@WEO/OEMDC/DEU

Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) – Gesetzliche Rentenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 18. Dezember 1989, BGBl. I S. 2261, 1990 I S. 1337). Link.

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