Rentenerhöhung 2024 zum 1. Juli bei 3,5%?Die Ampel-Regierung muss sparen. Ist davon auch die Rente betroffen? Ende 2023 gab es in der Presse entsprechende Artikel mit dem Thema Rentenanpassung in Gefahr. Fakt ist, Ruheständler können sich entspannen: Es wird auch in 2024 zum 1. Juli eine Rentenanpassung geben. Noch wird spekuliert und gerechnet. Voraussichtlich wird die Rentenerhöhung 3,5% betragen. Den genauen Wert wird die Deutsche Rentenversicherung erst im Frühjahr bekannt geben.
Der Hintergrund: In Deutschland werden Rentenanpassungen regelmäßig vorgenommen, um die Renten an die wirtschaftliche Entwicklung anzupassen und die Kaufkraft der Rentner zu sichern. Die Renten werden in der Regel anhand des sogenannten aktuellen Rentenwertes und anderer Faktoren berechnet. Die Prognose für die Rentenerhöhung 2024 ist 3,5%.
In 2022 und 2023 konnten sich Ruheständler über hohe Zuwächse freuen. Aus der Tabelle zur Rentenerhöhung weiter unten ist zu ersehen, dass das Plus 2022 im Rentenbereich Ost 6,12% und West 5,86% sehr hoch war. In 2023 waren es immerhin noch Ost 5,86% und West 4,39%. Aus steuerlicher Sicht ist der Rentenfreibetrag in 2024 von Bedeutung.

Prognose zur Rentenerhöhung 2024

In den frühen 1990er Jahren gab es in Deutschland aufgrund der Wiedervereinigung erhebliche Veränderungen in der Wirtschaft und im Rentensystem. In den folgenden Jahren wurden die Renten regelmäßig angepasst. Die genaue Höhe der Erhöhung ist von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Lohnentwicklung, die Inflation und die finanzielle Situation der Rentenversicherung.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Rentenentwicklung in Deutschland kontrovers diskutiert wird. Besonders im Hinblick auf die Frage, ob die Renten den steigenden Lebenshaltungskosten und den individuellen Bedürfnissen der Rentner ausreichend angepasst werden. Die genauen Rentenerhöhungen können von Jahr zu Jahr variieren.

Musterberechnung

Wie würde sich die Rente erhöhen, wenn die Rentenerhöhung in 2024 um nur 3,0% oder aber 3,5% betragen würde? In der Tabelle 1 sind die resultierenden Rentenbeträge angegeben. Die vorliegende Tabelle gewährt Einblicke in deren voraussichtliche Entwicklung nach einer geplanten Rentenerhöhung zum 1. Juli 2024. In der ersten Spalte sind die derzeitigen Rentenzahlungen aufgeführt, gefolgt von den prognostizierten Renten bei einer Erhöhung um 3,0 % in der zweiten Spalte und um 3,5 % in der dritten Spalte.

Tab. 1: Musterrechnung für Rentenerhöhung in 2024 mit 3,0% und 3,5%.

aktuelle Rente 2024

Euro

Rente bei Erhöhung um 3,0% zum 1.7.2024

Euro

Rente bei Erhöhung um 3,5% zum 1.7.2024

Euro

700 721,0 724,5
750 772,5 776,3
800 824,0 828,0
850 875,5 879,8
900 927,0 931,5
950 978,5 983,3
1.000 1.030,0 1.035,0
1.050 1.081,5 1.086,8
1.100 1.133,0 1.138,5
1.150 1.184,5 1.190,3
1.200 1.236,0 1.242,0
1.250 1.287,5 1.293,8
1.300 1.339,0 1.345,5
1.350 1.390,5 1.397,3
1.400 1.442,0 1.449,0
1.450 1.493,5 1.500,8
1.500 1.545,0 1.552,5
1.550 1.596,5 1.604,3
1.600 1.648,0 1.656,0
1.650 1.699,5 1.707,8
1.700 1.751,0 1.759,5
1.750 1.802,5 1.811,3
1.800 1.854,0 1.863,0
1.850 1.905,5 1.914,8
1.900 1.957,0 1.966,5
1.950 2.008,5 2.018,3
2.000 2.060,0 2.070,0
2.050 2.111,5 2.121,8
2.100 2.163,0 2.173,5
2.150 2.214,5 2.225,3
2.200 2.266,0 2.277,0
2.250 2.317,5 2.328,8
2.300 2.369,0 2.380,5
2.350 2.420,5 2.432,3
2.400 2.472,0 2.484,0
2.450 2.523,5 2.535,8
2.500 2.575,0 2.587,5
2.550 2.626,5 2.639,3
2.600 2.678,0 2.691,0
2.650 2.729,5 2.742,8
2.700 2.781,0 2.794,5
2.750 2.832,5 2.846,3
2.800 2.884,0 2.898,0
2.850 2.935,5 2.949,8
2.900 2.987,0 3.001,5
2.950 3.038,5 3.053,3
3.000 3.090,0 3.105,0

Die Tabelle gibt Aufschluss über die aktuellen Rentenbeträge in der ersten Spalte, gefolgt von den resultierenden Renten bei einer Erhöhung um 3,0 % in der zweiten Spalte und einer Erhöhung um 3,5 % in der dritten Spalte.
Im ersten Szenario, das eine moderate Steigerung von 3,0 % vorsieht, wird deutlich, dass die Rentenbeträge für alle aktuellen Rentner steigen werden. Diese Erhöhung bedeutet, dass Rentner mit einer aktuellen Rente von 700 Euro eine Anpassung auf 721,0 Euro erfahren werden, während Rentner mit einer Rente von 1.500 Euro eine Steigerung auf 1.545,0 Euro verzeichnen können. Die schrittweise Erhöhung erstreckt sich über die gesamte Bandbreite der Renten und trägt somit zur Verbesserung der finanziellen Situation der Rentner bei.
Im zweiten Szenario, das eine etwas großzügigere Erhöhung von 3,5 % vorsieht, wird die positive Entwicklung weiter verstärkt. Die Rentenbeträge steigen stetig an, und Rentner mit einer aktuellen Rente von 700 Euro können sich auf eine Rente von 724,5 Euro freuen. Rentner mit einer höheren Ausgangsrente von beispielsweise 2.500 Euro erhalten eine angepasste Rente von 2.587,5 Euro. Diese höhere Steigerung trägt dazu bei, die Kaufkraft der Rentner zu erhalten und ihren Lebensstandard zu verbessern.

Auch bei höheren Rentenniveaus wird die Auswirkung der Rentenerhöhung evident. Eine gegenwärtige Rente von 3.000 Euro steigt nach einer Erhöhung um 3,0 % auf 3.090,0 Euro und bei einer großzügigeren Erhöhung um 3,5 % auf 3.105,0 Euro.

Diese detaillierten Zahlen veranschaulichen, dass die geplante Rentenerhöhung signifikante Auswirkungen auf die monatlichen Rentenzahlungen hat. Insbesondere die großzügigere Erhöhung um 3,5 % zeigt bei höheren Rentenbeträgen eine deutliche Verbesserung.

Entwicklung

Wie hat sich die Rentenanpassung seit 2000 entwickelt? In der Abbildung 1 ist der Verlauf dargestellt. Die Entwicklung der Rentenerhöhungen in den Alten Bundesländern (West) und den Neuen Bundesländern (Ost) in den Jahren 2000 bis 2023 zeigt eine vielschichtige Dynamik, geprägt von wirtschaftlichen, demografischen und politischen Einflüssen. Die Rentenanpassungen spiegeln die Bemühungen wider, eine ausgewogene Balance zwischen der Sicherung der Lebensqualität der Rentner und der langfristigen Finanzierbarkeit der Rentenversicherung zu finden.
Im Jahr 2000 verzeichneten beide Regionen eine moderate Anpassung von jeweils 0,6 Prozent. Die Jahre 2001 bis 2003 zeigten eine ansteigende Tendenz, wobei die Rentenerhöhungen in den Neuen Bundesländern etwas höher ausfielen als im Westen. Diese Phase spiegelte die positive wirtschaftliche Entwicklung nach der Jahrtausendwende wider.
Ein markanter Wendepunkt war das Jahr 2004, in dem die Renten in beiden Regionen unverändert blieben. Dies war möglicherweise eine Reaktion auf wirtschaftliche Herausforderungen oder eine strategische Anpassung, um die langfristige Stabilität der Rentenversicherung zu gewährleisten.
Die Jahre 2006 bis 2010 zeigen eine Periode der Stagnation, in der die Renten in beiden Regionen nahezu konstant blieben. Dies könnte auf wirtschaftliche Unsicherheiten und den Nachhaltigkeitsfaktor zurückzuführen sein, der darauf abzielt, die Rentenentwicklung im Einklang mit der demografischen Entwicklung zu halten.

Entwicklung der Rentenanpassungen in Deutschland

Abb. 1: Entwicklung der Rentenerhöhungen von 2000 – 2023. Quelle: deutsche-rentenversicherung.de

Ungeachtet dem jährlichen Plus bei der Rentenzahlung leben rund 7. Mio Renter monatlich von einer Rente, die unter 1250 Euro liegt.

Steigende Dynamik seit 2011

Ab 2011 setzte eine erneute Steigerung der Rentenanpassungen ein, die bis 2016 kontinuierlich anstieg. Insbesondere 2016 verzeichneten die Ost- Bundesländer eine beachtliche Erhöhung von 5,95 Prozent, während die West-Bundesländer mit 4,25 Prozent folgten. Diese Phase könnte auf eine günstige wirtschaftliche Lage und Bemühungen zur Angleichung der Renten zwischen Ost und West zurückzuführen sein.
Die Jahre 2017 bis 2023 zeigen eine anhaltende positive Tendenz, wobei die Rentenanpassungen insgesamt höher ausfielen. Im Jahr 2022 erreichten die Rentenerhöhungen in den Neuen Bundesländern mit 6,12 Prozent einen Höhepunkt, gefolgt von den Alten Bundesländern mit 5,35 Prozent. Dies spiegelt möglicherweise den politischen Fokus auf die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West wider.
Die Rentenanpassungen im Jahr 2023 setzen diesen Trend fort, wobei die Erhöhungen in den Alten Bundesländern bei 4,39 Prozent und in den Neuen Bundesländern bei 5,68 Prozent liegen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und demografischer Veränderungen weiterhin Anstrengungen unternommen werden, die Renten angemessen zu erhöhen und gleichzeitig die langfristige Stabilität des Rentensystems sicherzustellen.

Tabelle Rentenerhöhung

In der Tabelle 2 sind die Daten aus der Abbildung 1 in einer Übersicht angegeben.

Tab. 2 Tabelle zur Rentenerhöhung 2000 – 2023

Rentenanpassung zum West Ost
2000 0,6 0,6
2001 1,91 2,11
2002 2,16 2,89
2003 1,04 1,19
2004 0 0
2005 0 0
2006 0 0
2007 0,54 0,54
2008 1,1 1,1
2009 2,41 3,38
2010 0 0
2011 0,99 0,99
2012 2,18 2,26
2013 0,25 3,29
2014 1,67 2,53
2015 2,1 2,5
2016 4,25 5,95
2017 1,9 3,29
2018 3,22 3,37
2019 3,18 3,91
2020 3,45 4,2
2021 0 0,72
2022 5,35 6,12
2023 4,39 5,68

Jährliche Rentenanpassung

Laut Gesetz wird einmal jährlich eine Rentenanpassung zum 1. Juli vorgenommen. Die Rentenerhöhung verläuft aber nicht wie auf einem Basar, wie es bei den Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmen oder dem öffentlichen Dienst zugeht. Vielmehr bestehen nach dem Sozialgesetzbuch Rechenvorschriften. Laut dem § 65 Anpassung der Renten gilt:

“Zum 1. Juli eines jeden Jahres werden die Renten angepasst, indem der bisherige aktuelle Rentenwert durch den neuen aktuellen Rentenwert ersetzt wird.”

Dabei wird der aktueller Rentenwert nach § 68 wie folgt ermittelt:

(1) Der aktuelle Rentenwert ist der Betrag, der einer monatlichen Rente wegen Alters der allgemeinen Rentenversicherung entspricht, wenn für ein Kalenderjahr Beiträge aufgrund des Durchschnittsentgelts gezahlt worden sind. Am 30. Juni 2005 beträgt der aktuelle Rentenwert 26,13 Euro.
Er verändert sich zum 1. Juli eines jeden Jahres, indem der bisherige aktuelle Rentenwert mit diesen 3 Einflussfaktoren für die Veränderung

1. der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (Infos liefert auch der Brutto Netto Rechner 2024),
2. des Beitragssatzes zur allgemeinen Rentenversicherung und
3. dem Nachhaltigkeitsfaktor

Literatur

Bundestag – Verordnung zur Bestimmung der Rentenwerte in der gesetzlichen Rentenversicherung und in der Alterssicherung der Landwirte
zum 1. Juli 2018 (Rentenwertbestimmungsverordnung 2018 – RWBestV 2018). Link.

15.12.2024 ifo Institut  Dresden für Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung. Text.

Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) – Gesetzliche Rentenversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes v. 18. Dezember 1989, BGBl. I S. 2261, 1990 I S. 1337). Link.

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