Schweden mit der Währung Schwedische Krone und Mehrwertsteuersatz von 25%Das Königreich Schweden bildet mit den Ländern Norwegen, Dänemark und Finnland die Skandinavische Halbinsel im Norden Europas.  Die Währung Schwedens ist die Schwedische Krone. (SEK). Mit 25 % ist die Mehrwertsteuer in Schweden einer der höchsten Steuersätze in der Europäischen Union (EU). Neben dem regulären Mehrwertsteuersatz zahlen die schwedischen Verbraucher für bestimmte Produkte und Dienstleistungen einen ermäßigten Steuersatz von 12 % oder einen stark ermäßigten Satz von 6 %. Die schwedische Übersetzung für Mehrwertsteuer lautet mervärdesomsättningsskatt mit der Abkürzung moms. Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist die Momsregistreringsnummer mit dem Länderkennung SE gefolgt von 12 Ziffern.

Drei Mehrwertsteuersätze in Schweden

Die Einführung der MwSt. erfolgte am 1. Januar 1941, um die Kosten des Zweiten Weltkriegs auszugleichen. Nach Ende des Krieges wurde die Steuer 1947 wieder abgeschafft, jedoch im Jahr 1960 als schwedische Umsatzsteuer omsättningsskatt, abgekürzt oms, wieder eingeführt. Die oms änderte sich im Jahr 1969 in die Mehrwertsteuer mervärdesomsättningsskatt, besser bekannt unter der Abkürzung moms.

Außer in den Jahren 1992 – 1993, in denen es keinen stark ermäßigten Umsatzsteuersatz in Schweden gab, mussten sich die schwedischen Verbraucher immer auf drei Steuersätze einstellen. Mit der Änderung von oms in moms am 1. Januar 1969 wurde für den normalen Steuersatz eine Höhe von 11,11 % festgelegt. Bis zum 30. Juni 1990 behielten die schwedischen Finanzbehörden bei jeder Änderung „krumme“ Steuersätze mit zwei Stellen nach dem Komma bei. Seit dem 01. Juli 1990 beträgt der Normalsatz der schwedischen Mehrwertsteuer 25 %. Dieser Steuersatz hat sich seitdem nicht mehr geändert. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz wurde bis Ende 1995 mehrfach erhöht und am 1. Januar 1996 auf die bis heute gültigen 12 % gesenkt. Der stark ermäßigte Satz, der am 1. Juli 1993 wieder eingeführt wurde, wurde am 1. Januar 1996 von vorher 12 % auf 6 % halbiert.

Wie in den meisten Staaten findet die reguläre Mehrwertsteuer von 25 % Anwendung auf den größten Teil der umgesetzten Güter und Dienstleistungen. Die Preise in den Geschäften sind Bruttopreise, also inklusive Mehrwertsteuer, die nicht gesondert ausgewiesen wird. Damit zahlen die Verbraucher in dem skandinavischen Land einen der höchsten Steuersätze in Europa. Dafür profitiert die Bevölkerung von einem sehr effektiven Sozialsystem, das vom Kleinkind bis zum Rentner alle Bewohner umfasst.

Den ermäßigten Steuersatz von 12 % zahlen schwedische Verbraucher unter anderem für:

  • Lebensmittel
  • Getränke ohne Alkohol
  • Hotelübernachtungen
  • Restaurantrechnungen

Mit dem stark ermäßigten Satz von 6 % sind folgende Leistungen belegt:

  • Zeitschriften, Zeitungen, Bücher
  • einige Personenbeförderungsarten
  • Eintrittskarten für kulturelle Ereignisse, Theater und Kino
  • Sportplätze, Sporthallen und andere Freizeiteinrichtungen
  • Urlaubsreisen

Für folgende Bereiche muss in Schweden keine Mehrwertsteuer gezahlt werden:

  • Arztbesuche
  • die Vermietung von Ferienhäusern
  • Medikamente
  • einige Bereiche des öffentlichen Nahverkehrs
  • Finanzdienstleistungen
  • Medizinische Dienstleistungen
  • Leistungen von Versicherungen

Die Situation der schwedischen Wirtschaft

Anfang der 1990er durchlitt Schweden eine Bankenkrise, in deren Verlauf die schwedische Regierung eine Garantie für alle Kreditinstitute des Landes übernahm. Ausgelöst wurde die Krise durch eine hohe Zahl an Immobilienkäufen, da die schwedischen Arbeitnehmer bis zur Hälfte der Darlehenszinsen von ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen konnten. Da nicht nur die Umsatzsteuer, sondern auch die Einkommensteuer in Schweden sehr hoch ist, nutzen viele Schweden die Möglichkeit der Steuerersparnis und kauften oder bauten eine Immobilie. Als die Immobilienblase platzte, weil sich die wirtschaftliche Lage verschlechterte und die Immobilienpreise sanken, kam es in den Jahren 1990 bis 1992 zu einer schweren Finanzkrise in Schweden. Gleichzeitig stellte sich die Finanzierung des Wohlfahrtsstaates, den die schwedische Regierung schon seit den 1930er Jahren aufgebaut hatte, als immer schwieriger heraus. Die Schweden versuchten in den 1990er Jahren, die wirtschaftlichen Probleme durch eine finanzpolitische Wende zu lösen.

Die schwedische Botschaft in Berlin weist darauf hin, dass Schweden seit dem 1. Januar 1995 Mitglied der EU ist. Als stark exportorientiertes Land unterhält die schwedische Wirtschaft geschäftliche Beziehungen zu zahlreichen Unternehmen mit Sitz innerhalb der EU. Mehr als die Hälfte aller exportierten Waren wird in EU-Staaten geliefert. Neben einigen weltbekannten Firmen, wie Ikea, Volvo, ABB, Electrolux, Scania oder Ericsson gibt es in dem skandinavischen Land auch sehr viele kleine und mittelständische Unternehmen. Allerdings führt die Monopolmacht, die einige der großen Unternehmen im Bereich Nahrungsmittel oder Baugewerbe oder der Staat im Alkoholverkauf innehaben, teilweise zu sehr hohen Preisen in diesen Bereichen.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige der schwedischen Wirtschaft bestehen aus:

  • Holzindustrie
  • Zellstoffindustrie
  • Papierindustrie
  • Fahrzeugbau
  • Elektrotechnik
  • Pharmazeutische Produkte
  • Wehrtechnik
  • Informationstechnologie inklusive drahtlose Kommunikation
  • Biotechnik und Biotechnologie
  • regenerativen Energien

Deutschland hat die USA als wichtigster Handelspartner Schwedens im Exportbereich abgelöst. Auch mit Norwegen, Finnland, Dänemark und Großbritannien unterhält das Land Geschäftsbeziehungen.

Lieferungen deutscher Unternehmer nach Schweden

Wie bei allen Staaten der EU gilt auch für Lieferungen deutscher Unternehmen an schwedische Firmen die Befreiung von der Umsatzsteuer für den innergemeinschaftlichen Warenverkehr, eine Einfuhrumsatzssteuer wird also nicht fällig. Der schwedische Käufer muss für die Wareneinfuhr Mehrwertsteuer bezahlen, die er gegebenenfalls als Vorsteuer wieder erstattet bekommt. Da nur Lieferungen an gewerbliche Abnehmer steuerbefreit sind, müssen sowohl die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des deutschen Lieferanten als auch des schwedischen Abnehmers auf der Rechnung angegeben sein. Die Firma in Deutschland ist verpflichtet, den Umsatz an das Bundeszentral für Steuern in der Zusammenfassenden Meldung anzugeben . Die deutsche Finanzbehörde meldet den Umsatz dem schwedischen Finanzamt, damit dort die ordnungsgemäße Versteuerung durch den schwedischen Käufer überprüft werden kann.

Für einige Ausgaben können deutsche Betriebe die in Schweden gezahlte Mehrwertsteuer wieder zurückverlangen. Das gilt zum Beispiel für die Eintrittskarten für eine Messe oder eine Konferenz, für Tankquittungen oder für die USt auf Hotelübernachtungen, sofern die Rechnungen im Zusammenhang mit einer Geschäftsreise entstanden sind. Auf der Internetseite http://www.skatteverket.se erklären die schwedischen Finanzbehörden in zahlreichen Sprachen, darunter auch auf Deutsch, wie ausländische Unternehmen die schwedische Mehrwertsteuer zurückerhalten. Ein wichtiger Punkt ist die Rechnung, in der die Steuer richtig aufgeführt werden muss. Das schwedische Finanzamt verlangt eine Aufteilung nach:

  • Mehrwertsteuer auf die Gebühr für die Fahrt über den Öresund
  • Mehrwertsteuer im Reverse-charge-Verfahren
  • Sonstige Mehrwertsteuer

Während die Rechnung auf EUR oder auf SEK lauten kann, müssen die Beträge der MwSt. immer in SEK angegeben werden. Der Erstattungsantrag läuft elektronisch über das Bundeszentral für Steuern ab, das die Antragsformulare auf Schwedisch zur Verfügung stellt. Eine Anleitung zum Ausfüllen der Formulare auf Englisch ist ebenfalls erhältlich.

Der Erstattungsantrag für die Vorsteuer kann entweder für drei Monate oder für ein Jahr gestellt werden. Wenn ein Kalenderjahr zu Ende geht, ist auch ein Antrag für einen Zeitraum von weniger als drei Monaten erlaubt. Der Mindestbetrag für eine vierteljährliche Erstattung beträgt 4000 SEK, bei einer ganzjährigen Erstattung oder für den Zeitraum von weniger als drei Monaten bis zum Jahresende müssen mindestens 500 SEK zurückverlangt werden.

Tipps für Reisende

Viele Urlauber aus Deutschland haben die Erfahrung gemacht, dass ein Urlaub in Schweden verhältnismäßig teuer werden kann. Das liegt zum einen an dem hohen Mehrwertsteuersatz für viele Produkte und zum anderen an dem staatlichen Monopol auf den Verkauf von Alkohol, auf Schwedisch systembolaget genannt. Doch seit dem Beitritt des Landes zur EU hat sich die Einfuhr von alkoholischen Getränken durch deutsche Urlauber vereinfacht. Für den Eigenbedarf dürfen Urlauber ab 20 Jahren für sich und jedes mitreisende Familienmitglied Bier, Wein, Sekt und sonstige alkoholhaltige Getränke in angemessener Menge nach Schweden einführen. Ob die mitgeführte Menge angemessen ist, entscheidet der Zöllner vor Ort. Es darf sich jedoch nicht um Geschenke oder Mitbringsel für Verwandte oder Freunde in Schweden handeln. Für die Mitnahme von Tabakwaren müssen die Urlauber mindestens 18 Jahre alt sein.

 

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