Zinsen Ratgeber für Sparer zum Thema günstige ZinssätzeDie Zinssätze werden aktuell massiv durch die Geldpolitik der EZB und der FED gesteuert. Die Notenbanken stecken dabei in einem Dilemma: hohe Inflationsraten erfordern höhere Leitzinsen. Höhere Leitzinsen wiederum sind Gift für die Konjunktur und die Finanzmärkte und können in eine Rezession führen.
Durch die Währungskrise wird das Geschehen an den Finanzmärkten immer stärker durch die Politik beeinflusst. Dies betrifft neben den Auswirkungen der Geldmengenvermehrung via politische Einflussnahme über die Notenbanken besonders die Zinsen für die Baufinanzierung, Festgeld und Tagesgeld, Kreditzinsen und Dispozinsen. Unser Ratgeber für die Zinsentwicklung 2023 gibt eine aktuelle Einschätzung der Marktlage mit Prognosen für die Zinsentwicklung.

Direkt und indirekt führten die fiskalischen und geldpolitischen Maßnahmen der politisch Verantwortlichen in der EZB und den einzelnen Ländern, insbesondere Deutschland und Frankreich zu kontinuierlichen Senkungen bei Tagesgeld Zinsen. Boten die Banken Anfang des Jahres 2012 noch 2,75% in der Spitze, waren es Anfang 2022 nur noch 0,1% und nur für Neukunden. Inzwischen haben alle Zinssätze ordentlich angezogen und viele Prognosen deuten auf weiter steigende Zinsen hin. Aktuell sind 2% bei Tagesgeldzinsen möglich. Sparer erhalten trotz gestiegener Tagesgeldzinsen aber immer noch deutlich negative Realzinsen für ihre Ersparnisse.

Unser Ratgeber möchte eine kleine Einführung in die nationale und internationale Zinslandschaft geben.

Aktueller Stand 2023

ZinsentwicklungTagesgeldzinsen: Das Rennen führt die Suresse Direkt Bank mit 2,20% fürs Tagesgeld, garantiert bis 31. Mai 2023. Die Bank gehört zur Santander Consumer Finance und unterliegt der spanischen Einlagensicherung. Es folgen die Consorsbank mit 2,1%, die Opel Bank bietet Sparern aktuell 2,1% für 3 Monate garantiert und die schwedische TF Bank mit 2,1 % mit einer 4-Monatsgarantie. Es folgen die  ING mit 2,0% , mit einer Zinsgarantie von 4 Monate und der VW Bank mit 2,0% und 6 Monate Zinsgarantie. Allerdings gilt der Zins bei der ING nur für Beträge bis 50.000 Euro und nur für Neukunden. Nach den 4 Monaten bietet die Bank nur noch 0,3% für Bestandskunden. Für die Redaktion handelt es sich um ein klassisches Lockangebot. Dagegen gilt der Zins bei der Consorsbank bis zu einem Betrag von 1. Mio. Euro und auf 6 Monate mit Verlängerungsoption auf 12 Monate. Für uns das beste Angebote am Markt. Die Consorsbank war vor der Niedrigzinsphase jahrelang einer der Top Anbieter von Tagesgeld (damals noch Cortal Consors).

Die weiteren top Angebote kommen aktuell von der Raiffeisenbank Hochtaunus mit 1,5% bis 100.000 Euro Einlage, von Barclays und der Renault Bank direkt mit ebenfalls 1,5% aber bis 250.000 € . Ein Novum ist dabei die hohe Einlagengrenze bis zu der die 1,3% gezahlt werden. Kunden sollten allerdings hier die Einlagensicherung beachten.
Neu hinzugekommen ist der Broker Trade Republic.: Für eine Einlage bis maximal 50.000 € auf dem Verrechnungskonto zahlt der Broker Neu- und Bestandskunden 2,0% Zinsen. Mit dem Tagesgeld wird automatisch ein kostenloses Depot eröffnet. Die Zinsen sind unabhängig davon, ob auf dem Depot getradet wird oder nicht.

Rund 1% sind bei 1822direkt, ING und Renault Bank direkt möglich.
Festgeldzinsen, mittlere und längere Laufzeiten: hier winken in der Spitze ab 3 Jahren Laufzeit rund 3% angeboten (CA Consumer Finance).

Tagesgeldzinsen top Angebote Januar 2023

3 Banken mit guter Bonität bieten ca. 2% an Tagesgeldzinsen, mit Zinsgarantie von 3 – 4 Monaten (Tabelle 1):

Tab. 1: Top Tagesgeldzinsen Angebote 2023  für Neukunden

Bank Tagesgeld Zinssatz [%] Zins bis Betrag [Euro] Zinsgarantie
Suresse Bank 2,20 1.000.000 bis 31.05.2023
Consorsbank 2,10 1.000.000 6 Monate
Opel Bank 2,10 1.000.000 3 Monate
TF-Bank 2,10 unlimitiert 4 Monate
ING 2,00 50.000 4 Monate
Trade Republic 2,00 50.000
VW Bank 2,00 50.000 6 Monate
bank11 1,80 250.000 6 Monate
TF Bank 1,65 100.000 4 Monate
Advanzia Bank 1,60 1.000.000 3 Monate
Barclays 1,50 250.000 4 Monate
Renault Bank direkt 1,50 250.000 3 Monate
Raiffeisenbank Hochtaunus 1,50 100.000 4 Monate

Auch für Bestandkunden gibt es in 2023 attraktive Tagesgeldzinsen. Zwar etwas weniger als für Neukunden, dafür ist aber kein Tagesgeld-Hopping nötig. In der Tabelle 2 sind gute Angebote aufgeführt.

Tab. 2: Top Tagesgeldzinsen Angebote 2023  für Bestands

Bank Tagesgeld Zinssatz [%] Betrag [Euro] Bemerkung
Leaseplan Bank 1,5 bis 500.000
Ikano Bank 1,31 bis 100.000
Nordax Bank 1,25 2.000 – 95.000 über Weltsparen
Kommunalkredit Invest 1,25 ab 10.000
DHB Bank 1,00 bis 25.000

Stiftung Warentest Tagesgeld dauerhaft gut

Die Stiftung Warentest ist eine der ersten Adressen, wenn es um den Verbraucherschutz von Geldanlagen an Finanzmärkten geht. Seit Jahren werten die Mitarbeiter akribisch die Zinsangebote von deutschen Banken aus. Vergleichbar mit einem Gütesiegel vergibt die Stiftung Warentest ein „dauerhaft gut“ für eine kontinuierlich überdurchschnittlich gutes  Zinsangebot. Für Tagesgeldzinsen haben diese Banken im Januar 2023 ein „dauerhaft gut“ bekommen: TF Bank, Leaseplan Bank und Nordax Bank (Weltsparen).

Festgeldzinsen Top Angebote 2023

Bei Festgeld sind die Zinsen bei mittleren Laufzeiten etwas doppelt so hoch wie beim Tagesgeld, es sind 3 % möglich (Tabelle 2)

Tab. 2: Top Angebote Festgeldzinsen

Festgeld Zinssatz [%]
Bank 24 Monate Laufzeit 36 Monate Laufzeit 60 Monate Laufzeit
CA Consumer Finance 3,30 3,30 3,35
CreditPlus Bank 2,70 2,90 3,20
SWK Bank 2,55 2,71 2,83

Bauzinsen:
inzwischen Laufzeiten > 10 Jahre über 4%
5 und 10 Jahre Laufzeit: um die 4%

Sparzinsen Prognosen: Wann steigen die Zinsen für Sparer weiter

Die Sparzinsen konnte 2022 von der aggressiven Leitzinspolitik der Notenbanken profitieren. Diese hatten, nachdem sie mehr als 10 Jahre eine rigorose Niedrigzinspolitik mit teils negativen Zinssätzen (EZB) gefahren hatten, 2022 verspätet die Trendwende eingeläutet.

Anleger erhalten inzwischen wieder deutlich höhere Sparzinsen, die wohl auch 2023 und 2024 positiv bleiben werden. Die Zinsmärkte spekulieren aber bereits, wann die Notenbanken die Leitzinsen wieder senken werden. Die EZB vermutlich erst in 2024, die Amerikanische Notenbank (FED) könnte den US-Zinserhöhungszykus bereits in 2023 erreichen zum Jahresende dann mit einer Zinsreduktion beginnen. Die Sparzinsen 2023 werden sich in der Spanne von 1,5% – 4,0% bewegen, abhängig ob die Anlage täglich verfügbar oder für einige Jahre festgelegt wird. Sparzinsen über 5% dürften von seriösen Anbietern wohl nicht auf den Markt kommen.

2022

Sowohl die EZB als auch die FED haben im Dezember 2022 die Leitzinsen erneut angehoben Der Markt reagiert prompt: Die Sparzinsen profitieren. Die Tagesgeldzinsen sind Ende 2022 bereits bei über 2,0% in der Spitze angekommen. Für Festgeldzinsen mit Laufzeit 36 Monate – 60 Monate werden 3,0% – 3,5% geboten. Diese Prognose für 2022 gilt für die besten Angebote von Instituten mit sehr gute Bonität (AA+ – AA-).

2023

Prognose Tagesgeld 2023

Bei Tagesgeldzinsen ist in 2023 noch Luft nach oben. Denn die Leitzinsen beeinflussen besonders die kurzfristigen Zinsen. Die EZB wird in den kommenden Monaten weitere Zinserhöhungen, wenn auch in reduzierter Form (also kleine Zinsschritte als die bisher erfolgten 0,75%) durchführen. Damit ist die Tagesgeld Prognose positiv: 2,5% bis 3,0 % sollten in 2023 möglich sein.
Gesteuert werden die Tagesgeldzinsen wesentlich von der EZB. Folgen in 2023 noch 2 oder 3 Zinsschritte mit in der Summe insgesamt 1,0% Zinserhöhung, kann die 3 vor dem Komma bei den täglich verfügbaren Einlagen stehen. Letztlich ist der EZB Zinsentscheid der Hebel fürs Tagesgeld.

2024

Prognose Tagesgeldzinsen 2024

In Deutschland liegt erstmalig eine inverse Zinsstrukturkurve vor: Die Rendite langlaufender Bundesanleihen liegen unter denen von 2-Jährigen Papieren. Das bedeutet, der Markt rechnet mit zukünftig nierigeren Zinsen. Auch die EZB-Leitzins Prognosen liegen für 2024 unter denen von 2023. Entsprechend fällt die Prognose für Tagesgeld in 2024 aus. Die höchsten Zinssätze dürften in der ersten Jahreshälfte gesehen werden. 2,50% sollten wie in 2023 möglich sein. Zum Jahresende dürften die Zinssätze bei 2,0% stehen.

Zinsen und Renditen

Wie ist die Erwartung des Marktes an Zinsen und Renditen in 2024. Die Voraussagen sind spärlicher als für 2023. Die ING prognostiziert für die Bundesanleihen in 2024 wenig Veränderungen gegenüber dem Vorjahr (Tabelle 3).

Tab. 3: Prognose zur Rendite von Bundesanleihen 2024 (Stand 6.1.2023). Quelle: ing.de

3M-Bundesanleihen 1Q2024 [%] 4Q2024 [%]
2Y-Bundesanleihen 3,40 3,10
5Y-Bundesanleihen 2,60 2,40
10Y-Bundesanleihen 2,30 2,30
30Y-Bundesanleihen 2,00 2,20
2,10 2,50

Die Commerzbank sieht die Rendite der 2-jährigen Bundesanleihen in Q1 2024 bei 2,20%, die der 10-jährigen Bundesanleihen bei 1,80% (Stand 13.01.2023). Für 2024 rechnet die BuBa mit 2,0% Rendite.

Festgeld Prognose 2022, 2023 und 2024

Die Festgeldzinsen werden stärker durch die langlaufenden Bundesanleihen Renditen als durch die Leitzinsen der EZB beeinflusst. Die Rendite für die 10jährigen Bundanleihen beträgt am 15. Januar 2023 rund 2,171%. Die Zinsanalysten verschiedener Banken sehen in ihren Prognosen für die Preisindizes der 10-jährige Bundesanleihe wie folgt (Quelle: VÖB Kapitalmarktprognose 10/2022):

BayernLB 2,00 %
DekaBank 2,40 %
DZ BANK 2,30 %
Helaba 2,30 %
LBBW 2,10 %
NORD/LB 2,40%

Daraus würde sich für Zinsentwicklung für Festgeld in der Prognose 2023 eine Obergrenze von ca. 4 % ergeben. Die meisten Analysten sehen die Leitzinsen in 2023 und Anfang 2024 auf dem höchsten Stand, bevor die EZB mit Leitzinssenkungen beginnt. Entsprechend fällt die Festgeldprognose auch für 2023 mit ca. 4% aus. Anleger sollten ihr Engagement in Festgeld im Hinblick auf möglicherweise leicht abnehmende Zinsen in 2024  und 2026 ausrichten. Zinsprognosen selbst von EZB-Fachleuten haben sich allerdings in der Vergangenheit überwiegend als falsch herausgestellt. Das war in den 90er Jahren so und hat sich bis heute nicht geändert. Die EZB ist hierfür ein Beispiel.

 

Die Politik dreht an mehreren Stellschrauben, um die Zinsen zu manipulieren

Verursacht waren die niedrigen Zinsen durch massive Finanzinterventionen und einen sehr niedrigen Leitzinssatz der EZB. Solange die Leitzinsen bei 0% verharrten, wollte kaum eine Bank die Tagesgeld Zinsen anheben. Denn die Politik versucht damit die Wirtschaft zu stabilisieren. Die bedeutenden politischen Parteien in Deutschland sind sich sogar weitgehend einig, die Fiskalunion zu akzeptieren. Dadurch würde im Euroraum quasi ein einheitlicher Zinssatz herrschen, egal wie die wirtschaftliche Lage der einzelnen Länder in der Währungsunion sich gestaltet. Sollte es dazu kommen, könnten sogar die Zinsen wieder anziehen.
Darüber hinaus gibt es noch einen für den Sparer evidenten Einfluss der Politik auf die Zinsen, genauer die Fiskalpolitik.

Der Fiskus greift durch die Abgeltungssteuer direkt in die Zinserträge ein. Clevererweise gleich an der Quelle, der Anleger bekommt die kompletten Zinsen für sein Tagesgeld oder Festgeld gar nicht mehr zu Gesicht, sondern nur noch den Teil, den der Staat ihm lässt. Damit manipuliert die Politik die Zinsen und ihre Entwicklung an mehreren Stellschrauben. Inzwischen läuft das Spiel sogar unter Ausschaltung des freien Kapitalmarktes. Anders ausgedrückt gibt der Staat die Bandbreite bei der Zinskurve vor. Dazu kommen inzwischen noch krisenbedingt kurzfristige Ausschläge nach oben oder unten, was die Zinsen für die Bundesanleihen betrifft. Hier spielt die Bonität Deutschland und die Erwartungshaltung eine große Rolle. Die könnte sich als eine Größe im freien Fall erweisen, sollte die Fiskalunion wie bisher geplant realisiert werden.

Notenbanken reagierten mit Zinssenkungen jetz mit agressiven Zinserhöhungen

Mehrere Zentralbanken auf der ganzen Welt, darunter die US-Notenbank, haben die Zinssätze gesenkt, um ihre Volkswirtschaften während des Ausbruchs des Coronavirus zu unterstützen.
Investoren und Ökonomen sagten jedoch, dass es nicht viel Geldpolitik geben kann, um die Weltwirtschaft zu retten – insbesondere wenn einige große Zentralbanken die Zinssätze bereits in den negativen Bereich gesenkt haben.
Eine Reaktion der USA und anderer Regierungen zur Unterstützung der Wirtschaft ist besonders wichtig, wenn die Ausbreitung des Coronavirus zu einer Pandemie wird, sagte Mark Zandi, Chefökonom bei Moody’s Analytics.
Seit Anfang bzw. Mitte 2022 geht es in die ander Richtung: Die EZB und die FED haben die Leitzinssätze in Rekordtempo angehoben.

Die höchsten Zinsen gibt es bei den Onlinebanken

Wer hohe Zinsen für seine Einlagen erhalten mochte, der kommt auch als Senior-Sparer nicht um das Internet herum. Denn gute Zinsen gibt es fast nie bei der Hausbank vor Ort, sondern nur bei den Onlinebanken. Und bei diesen können Sparer laut der Stiftung Warentest Geld guten Gewissens anlegen, wenn Sie die Einlagensicherung beachten und möglichst nicht mehr als 100.000 Euro auf einmal bei einer Bank anlegen. Leider waren die Zinssätze überall seit 2012 bis Anfang 2022 rückläufig. Auch bei Direktbanken wie der norisbank, oder auch bei Sparkassen wie der SSKM. Das hat sich geändert, der Finanzmarkt geht von einer längerfristigen Trendwende aus.

Auf Fremdwährungskonten gibt es bei einigen Währungen höhere Zinsen als bei Einlagen in Euro. Allerdings ist da auch das Risiko höher, da Kursverluste eintreten können und es am Ende weniger Geld zurückgibt als eingezahlt wurde.

Wo Informationen sammeln?

Die Angebote zu Tagegeld und Festgeld variieren von Woche zu Woche. Wo finden sich im Internet hilfreiche Informationen? Natürlich am einfachsten über die Google Suche mit den entsprechenden Suchwörtern. Es gibt etliche, hochwertige Fachportale mit Vergleichen, die vorn in der Suche gelistet sind und die täglich aktualisierten Konditionen der Banken anbieten.

Diese Verbrauchervergleichsportale liefert auch Informationen zu angekündigten Zinsveränderungen, die in den nächsten 4 Wochen zu erwarten sind. Grundlegende Informationen bietet immer auch die Stiftung Warentest in dem monatlich erscheinenden Verbraucherheft Finanztest. Hier werden auch die Banken einem Stresstest unterzogen, ob die Einlagen sicher sind und wie vertrauenswürdig die jeweilige Bank ist. Zinssätze können schnell mit unserem online Prozentrechner berechnet werden.

Tagesgeld oder Festgeld

Die Frage, die fast immer bei einer sicheren Geldanlage im Raum steht, ist: Jetzt in Tagesgeld oder doch lieber in Festgeld investieren. Die Tagesgeld Zinsen sind aktuell natürlich relativ niedrig, dafür besteht auf einem Tagesgeldkonto aber auch keine zeitliche Bindung. Steigen die Zinsen wieder, kann der Anleger an dem Anstieg voll partizipieren. Bei Festgeld ist der Zinssatz dagegen über den Anlagezeitraum fixiert. Viele Fachleute erwarten keinen Zinsanstieg bei den längerfristigen Zinsen. Daher sollte momentan vielleicht nicht der ganze zur Verfügung stehende Betrag in Festgeld angelegt werden. Steigen die langfristigen Zinsen im Laufe des Jahres, können dann Gelder vom Tagesgeldkonto auf ein Festgeldkonto umgeschichtet werden.

Lohnen sich Lockangebote

Banken werben bekanntermaßen mit Köderangeboten, um neue Kunden zu bekommen. Lohnen sich solche Angebote für Sparer? Oft geben Banken für neue Kunden bei Tagesgeld besonders attraktive Zinssätze, die aber nur für eine bestimmte Zeit gültig sind. Anschließend erfolgt die Verzinsung meist zu einem weniger lukrativen Zinssatz. Wenn sich der Bankkunde auf die Konditionen einlässt und bereit ist, am Ende der garantierten Zinszeit die Bank zu einem neuen bzw. besseren Anbieter zu wechseln kann mit dieser Strategie durchaus eine höhere Rendite erzielt werden. Online ist der Bank-Wechsel eigentlich kein Problem. Über die Bonität der Bank kann sich der Sparer persönlich per E-Mail auf der Seite des Bankenverbandes die Sicherungsgrenze der neuen Bank abfragen.

Fazit: Im Internet finden Sparer, die nach konservativen Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld suchen, alle Informationen um das Kapital sicher und mit entsprechender Rendite anzulegen. Vergleichsportale, Bankenverband und die Stiftung Warentest sind geeignete Anlaufstellen um seriöses und handfestes Hintergrundwissen zu bekommen, dass eine Entscheidung für oder gegen eine Bank entsprechend den persönlichen Präferenzen ermöglicht.

Schuldner profitieren

Die Gewinner der Niedrigzinspolitik sind die Kreditnehmer, meint auch das IFO Institut. Denn nie gab es so günstige Zinsen für Bauherren oder für Konsumentenkredite. Auch der Staat gehört zu den Profiteuren: Die Regierung kann Kredite zu einem niedrigeren Zinssatz vom privaten Sektor aufnehmen, wodurch die Zinskosten für Schulden des öffentlichen Sektors gesenkt werden. Für reale Berechnungen ist unser online Kreditrechner eine kostenlose Informationsquelle.

Was ist der Unterschied zwischen Effektivzins und Nominalzins?

Der Effektivzins gibt Aussage über die Rentabilität von Kapitaleinsätzen und berücksichtigt dabei Zahlungen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes geleistet werden müssen. Bei Finanzierungskrediten wird der Effektivzins auch effektiver Jahreszinssatz genannt. Er errechnet die Kreditkosten und Bearbeitungskosten, die jährlich entstehen. Damit ermöglicht er dem Kunden einen direkten Vergleich zwischen verschiedenen Krediten und die Ermittlung der tatsächlichen jährlichen Belastung. Je geringer der effektive Jahreszins, desto günstiger der Kredit für den Kunden. Die Berechnung des effektiven Jahreszinses ist hier zu finden.

Beim Nominalzins werden Nebenkosten und Bearbeitungsgebühren nicht mit eingerechnet. Bereits aus diesem Grund weichen Effektivzins und Nominalzins im Normalfall voneinander ab. Ferner können Abweichungen zwischen Effektivzinssätzen unterschiedlicher Banken bei gleichem Nominalzins vorliegen, da sich die bankinternen Bearbeitungsgebühren und Nebenkosten meist in ihrer Höhe unterscheiden. Im Einzelfall sollten daher bereits vorab immer Auskünfte über die Höhe der Nebenkosten eingeholt werden.

News, Literatur und Quellennachweise

25.01.2023 BGH Urteil XI ZR 257/21 Zinsanpassungsklauseln bei Prämiensparverträgen: “Prämiensparer könnten von zinsfreundlicher Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs profitieren. Es geht in dem Urteil BGH XI ZR 257/21 um die Anpassung von variablen Zinssätzen durch Sparkassen von Prämiensparverträgen. Der BGH vertrat die Auffassung, dass Sparer durch Zinsanpassungsklauseln, nicht unangemessen benachteiligt werden dürfen.” Quelle: bundesgerichtshof.de.

Allianz Research – Auswirkungen der Niedrigzinspolitik auf private Haushalte in der Eurozone

Borio, C., E.V. and Brei, M.,  and Gambacorta, L.,  2019: Bank Intermediation Activity in a Low Interest Rate Environment . CEPR Discussion Paper No. DP13980.  Ganzer Artikel.undesbank – marktrelevante Zinssätze und Renditen

Bundesfinanzministerium –Festsetzung vorläufige Zinsen

“Ich werde aufzeigen, dass die derzeitige geldpolitische Ausrichtung der EZB erforderlich ist, um die Preisstabilität im Euroraum nachhaltig zu sichern, und dass der Einsatz „unkonventioneller“ geldpolitischer Instrumente, etwa von negativen Zinsen und Ankaufprogrammen von Staatsanleihen, zu einem großen Teil strukturellen Veränderungen geschuldet ist, die außerhalb der Kontrolle der EZB liegen.”

ING – Our global economic and financial forecasts. Seite hier.

Zeit Online – Höhere Zinsen sind möglich

Schnabel I., 2020: “„In einer außergewöhnlichen Situation sind außergewöhnliche Maßnahmen erforderlich“: Ein Gespräch über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. Mai 2020, die Geldpolitik der EZB in der Corona-K,” Perspektiven der Wirtschaftspolitik, De Gruyter, vol. 21(2), pages 137-148, June. Text

Schnabel I., Mitglied des Direktoriums der EZB: Narrative über die Geldpolitik der EZB – Wirklichkeit oder Fiktion?