Ratgeber für die Steuerklasse 5Berufstätige, die steuerpflichtig sind, dürfen die Lohnsteuerklasse 5 nicht als eigenständige Steuerklasse wählen. Steuerklasse 5 ist nur in Kombination mit der Lohnsteuerklasse 3 gültig. Bei den Steuerpflichtigen muss es sich um ein Ehepaar handeln, das sich nicht getrennt hat, bei dem beide Partner Arbeitslohn beziehen und bei dem beide Ehepartner unbeschränkt der Pflicht zur Einkommensteuer unterliegen. Auch eingetragene Lebenspartnerschaften können die Steuerklassen 3 und 5 beantragen. Neben der Steuerklassenkombination 3/5 kann ein Paar auch die Kombination 4/4 oder 4/4 mit Faktor wählen. In diesem Ratgeber finden Sie die Grundlagen im Überblick.

Die Steuerklasse V eignet sich besonders für Ehepaare mit deutlichem Unterschied beim Verdienst. Der Partner mit dem geringeren Einkommen wählt zweckmäßiger weise die Steuerklasse 5, der andere Partner Steuerklasse 3. Die Steuerabzüge sind in Lohnsteuerklasse 5 zwar vergleichsweise hoch, die Kombinationswahl rechnet sich aber unter dem Strich.

 

Wann lohnt sich die Steuerklasse V für Paare?

Um die Wahl zu erleichtern, hat das Bundesfinanzministerium im Internet unter hier ein Merkblatt veröffentlicht, in dem die verschiedenen Steuerklassen für Paare erklärt werden. Die Steuerpflichtigen finden in dem Merkblatt einige Rechenbeispiele sowie Tabellen, die bei der Wahl der Steuerklassen behilflich sind. Ob diese Steuerklassen kombinataion sich für Sie lohnt, können Sie mit unserem Brutto Netto Rechner berechnen.

Einordnung nur auf Antrag

Die Einordnung in die Steuerklassenkombination 3/5 erfolgt nur auf schriftlichen Antrag des Paares. Dazu muss dem Wohnsitzfinanzamt das Steuerformular „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ vorgelegt werden. Wenn gleichzeitig ein Freibetrag in ELStAM eingetragen werden soll, benötigt das Finanzamt das Formular „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“. Die Formulare müssen von beiden Ehepartnern oder Lebenspartnern unterschrieben werden. Die Unterschrift beider Steuerzahler ist wichtig, da der Berufstätige, der die Lohnsteuerklasse 5 wählt, mit hohen Abzügen vom Bruttolohn rechnen muss.

Antrag auf Wechsel

Den Antrag auf Wechsel der Lohnsteuerklasse können Steuerpflichtige einmal im Jahr, bis zum 30. November, stellen.

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Diese Freibeträge gibt es

In dieser Steuerklasse gibt es keinen Grundfreibetrag und keinen Kinderfreibetrag. Die folgenden Freibeträge sollten Sie für die Steuerklasse 5 kennen:

  • Arbeitnehmerpauschale für Werbungskosten in derselben Höhe wie bei den Steuerklassen 1-4
  • Sonderausgabenpauschale für die Altersvorsorge oder sonstige Vorsorgeaufwendungen in derselben Höhe wie bei den Steuerklassen 1-4

Den steuerfreien Grundfreibetrag, die Vorsorgepauschale und den Kinderfreibetrag können Arbeitnehmer, deren Bruttogehalt nach der Lohnsteuerklasse 5 besteuert wird, nicht in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund sind die Abzüge in Steuerklasse 5 relativ hoch und das Nettogehalt fällt entsprechend gering aus.

Wie das Bundesfinanzministerium in seinem Merkblatt erklärt, muss ein steuerpflichtiges Paar nur dann mit geringen Steuernachzahlungen rechnen, wenn ein Partner circa 60% des gemeinsamen Einkommens aus nichtselbstständiger Arbeit verdient und der andere Partner circa 40%. In diesem Fall entspricht die einbehaltene Lohnsteuer ungefähr der für das Kalenderjahr zu zahlenden Einkommensteuer. Bei größeren Abweichungen der Gehälter kann es zu Steuernachbelastungen kommen oder das Paar erhält Geld vom Finanzamt zurück. Darum sind Berufstätige mit der Steuerklassenkombination 3/5 verpflichtet, jedes Jahr eine Steuererklärung abzugeben.

Entgeltersatzleistungen durch rechtzeitigen Wechsel der Lohnsteuerklasse erhöhen

Zahlreiche Ehepaare entscheiden sich dazu, das Gehalt des besser verdienenden Ehepartners nach Steuerklasse 3 zu versteuern, während das Einkommen des anderen Ehegatten nach Lohnsteuerklasse 5 besteuert wird. Diese Entscheidung hat jedoch Auswirkungen auf verschiedene Entgeltersatzleistungen, deren Höhe vom Nettoarbeitslohn abhängt.

Zu den Lohnersatzleistungen gehören:

  • Arbeitslosengeld I
  • Krankengeld
  • Unterhaltsgeld
  • Versorgungskrankengeld
  • Verletztengeld
  • Übergangsgeld
  • Elterngeld
  • Mutterschaftsgeld
  • Lohnanspruch bei der Altersteilzeit

Der Finanzminister weist in dem Merkblatt seiner Behörde ausdrücklich darauf hin, dass Arbeitnehmer, die in absehbarer Zeit eine der Entgeltersatzleistungen in Anspruch nehmen, rechtzeitig die Wahl ihrer Steuerklasse überdenken sollten. Der frühzeitige Wechsel der Steuerklasse ist wichtig, da die für die Lohnersatzleistungen zuständigen Stellen sonst das niedrigere Nettogehalt nach Steuerklasse 5 bei der Berechnung zugrunde legen.

Die Agentur für Arbeit erkennt den Wechsel der Lohnsteuerklasse an, wenn die Steuerpflichtigen den schriftlichen Antrag vor Jahresbeginn stellen. Um mehr Elterngeld zu erhalten, sollte der Steuerklassenwechsel spätestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes gestellt werden. Dieser Zeitraum muss eingehalten werden, weil der Wechsel nur dann anerkannt wird, wenn er zum Zeitpunkt der Beantragung des Elterngeldes mindestens ein halbes Jahr zurückliegt und eine neue Steuerklasse erst im Monat nach der Beantragung gilt. Das Bundessozialgericht hat in einem Urteil mit dem Aktenzeichen B 10 EG 3/08 R festgestellt, dass es sich dabei nicht um Rechtsmissbrauch handelt.

Literatur

Bundesfinanzministerium: Steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer, Familien und Alleinerziehende
Bundesfinanzministerium: Merkblatt zur Steuerklassenwahl für das Jahr 2016 bei Ehegatten oder Lebenspartnern, die beide Arbeitnehmer sind

Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 38b Lohnsteuerklassen, Zahl der Kinderfreibeträge

Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz

Informationen zu den anderen Steuerklassen finden Sie hier:

Steuerklasse 1

Steuerklasse 2

Steuerklasse 3

Steuerklasse 4

 

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