SteuerfreibetragEin Steuerfreibetrag verringert die Steuern eines Steuerpflichtigen. Das deutsche Steuerrecht kennt verschiedene Freibeträge, die für unterschiedliche Abgaben gelten.

Der Grundfreibetrag ist dabei, wie der Name schon suggeriert, die steuerfreie Basis für alle Steuerzahler. Erst wenn das Einkommen höher als der Grundfreibetrag ist, wird für den übersteigenden Betrag eine Steuerzahlung fällig.

Einige Freibeträge werden eingesetzt, um die Steuerberechnung gerechter zu machen oder um steuerpflichtige Personen mit geringen Einkünften oder Familien mit Kindern zu entlasten. Andere Steuerfreibeträge dienen als Belohnung für gemeinnützige Tätigkeiten oder als Anreiz für private Sparrücklagen.

aktueller Grundfreibetrag 2017

Singles/Ledige                  8.820 Euro
Paare/Verheiratete    17.640 Euro

 

Grundfreibetrag 2016
Singles/Ledige                  8.652 Euro
Paare/Verheiratete    17.304 Euro

laut Bundesregierung geplant:
Grundfreibetrag 2018 ➜ 9000 Euro

Im Einkommensteuergesetz (EStG) finden sich Freibeträge bei folgenden Steuerarten:

  • Einkommensteuer
  • Körperschaftsteuer: Steuerfreibetrag für kleinere Körperschaften sowie Erwerbsgenossenschaften, land- und forstwirtschaftliche Vereine und Wirtschaftsgenossenschaften in den ersten zehn Jahren
  • Gewerbesteuer: Gewerbesteuerfreibetrag
  • Erbschaftssteuer: Erbschaftsteuerfreibetrag bzw. Schenkungssteuerfreibetrag

Übersicht: Steuerfreibeträge in der Einkommensteuer

Steuerfreibeträge Übersicht

Übersicht der Steuerfreibeträge

Die Freibeträge bezüglich der Einkommensteuer sind:

  • Altersentlastungsbetrag
  • Grundfreibetrag
  • Freibeträge bei der Ermittlung der Einkünfte: Sparer-Pauschbetrag, Versorgungsfreibetrag für Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Freibetrag für Veräußerungsgewinne
  • Kinderfreibetrag
  • Freibeträge bei der Ermittlung des Einkommens: , Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, Betreuungsfreibetrag, Ausbildungsfreibetrag, Übungsleiterpauschale und andere Lohnsteuerfreibeträge
  • und weitere. siehe Grafik rechts

Der Grundfreibetrag gewährt das Existenzminimum der Steuerzahler. Nach § 32a EStG handelt es sich um einen festen Betrag, bis zu dem keine Einkommensteuer berechnet wird. Die Höhe des Grundfreibetrages wird nach dem Existenzminimumbericht der Bundesregierung überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Darüber hinaus bestehen weitere, weniger bekannte Freibeträge, wie der Rabattfreibetrag und beispielsweise der Freibetrag für private Veräußerungsgeschäfte.

Für den Personenkreis mit Einkünften aus Landwirtschaft oder Forstwirtschaft gibt es einen Freibetrag, wenn das zu versteuernde Einkommen eine Grenze nicht übersteigt, die regelmäßig angepaßt wird.

Bei dem Rabattfreibetrag handelt es sich um einen Freibetrag für Arbeitnehmer für Sachleistungen vom Arbeitgeber.

Aus dieser Übersicht wird deutlich, dass es eine Vielzahl von Steuerfreibeträgen im deutschen Steuersystem gibt.

Entwicklung von 2010 bis 2017

Grundfreibetrag

Seit dem Jahr 2010 hat sich der Grundfreibetrag wie folgt entwickelt (Abbildung 1)

Steuerfreibetrag Entwicklung: Der Wert ist von 8004 Euro in 2010 auf 8820 Euro in 2017 angestiegen

Abb. 1: Entwicklung des Steuerfreibetrags von 2010 – 2017

 

2010                       8004 Euro
2011                       8004 Euro
2012                       8004 Euro
2013                       8130 Euro
2014                       8354 Euro
2015                       8472 Euro
2016                       8652 Euro
2017                       8820 Euro


Der Grundfreibetrag 2017 für Ledige beträgt 8.820 Euro.
17.640 Euro gelten für Verheiratete

Um die Steuerlast der Bundesbürger zu ermitteln, berechnet der Fiskus zunächst den Gesamtbetrag aus den verschiedenen Einkunftsarten, um diese Summe als Ausgangsgröße für die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens zu nutzen. Zu den Einkunftsarten gehören Löhne und Gehälter als Angestellte oder Arbeiter, Gewinne aus Verkäufen und Einkünfte aus Geldanlagen. Für jede dieser Einkunftsarten sieht das Einkommensteuergesetz Steuerfreibeträge und Pauschbeträge vor, die die Angestellten und Sparer in ihrer Steuererklärung angeben dürfen.

Auch bei der anschließenden Ermittlung des zu versteuernden Einkommens gelten Steuerfreibeträge. Steuerzahler, die das 64. Lebensjahr vollendet haben, können einen Altersentlastungsbetrag in Anspruch nehmen. Alleinerziehende oder Familien mit Kindern erhalten zum Ausgleich für die erhöhten Kosten, die der Nachwuchs für Betreuung, Unterhalt und eine Berufsausbildung verursacht, Unterstützung in Form von Freibeträgen (hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Steuerfreibetrag für Studenten bzw. Steuerfreibeträge für Rentner). Dabei wird aber auch das Kindergeld berücksichtigt, sodass das Finanzamt eine Günstigerprüfung vornimmt. Einen äquivalenten Freibetrag gibt es bei der Umsatzsteuer dagegen nicht.

Freibetrag und Freigrenze haben unterschiedliche Auswirkungen

Die verschiedenen Steuerfreibeträge unterscheiden sich von einer Steuerfreigrenze. Bei einem Freibetrag wird ein Teil der Einkünfte nicht versteuert. Die Höhe der steuerfreien Einnahmen entspricht der Höhe des jeweiligen Freibetrages. Der Steuerzahler muss nur den Teil seiner Einkünfte versteuern, der den Freibetrag übersteigt. Liegen die Einnahmen unter dem geltenden Steuerfreibetrag, muss der Steuerpflichtige null Steuern dafür zahlen.

Eine Steuerfreigrenze dagegen hat eine andere Auswirkung auf die Steuerlast. Sobald die Freigrenze überschritten ist, muss der Steuerzahler die gesamten Einkünfte versteuern. Solange er mit seinen Einnahmen unter der Steuerfreigrenze bleibt, fallen keine Steuern an.

Wie erhalten die Steuerzahler einen Steuerfreibetrag?

Freibeträge, die zur Ermittlung der Einkünfte dienen, werden im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Andere Freibeträge können nach § 39a EStG direkt auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden und verringern so die monatliche Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer (was netto vom Bruttolohn übrigbleibt, können Sie mit unserem Brutto-Netto-Rechner berechnen). Auch wenn es die Lohnsteuerkarte in Papierform nicht mehr gibt, können die Freibeträge in den Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmalen (ELStAM) vermerkt werden. Wenn ein Steuerzahler erstmalig einen Steuerfreibetrag beantragen möchte, muss er das Formular „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ ausfüllen und an das zuständige Finanzamt schicken. Freibeträge, die antragsgebunden sind, gelten seit dem Jahr 2016 für zwei Jahre, sofern sich keine Änderung ergibt. Soll derselbe Freibetrag nochmals beantragt werden, stellen die Finanzbehörden den „Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ zur Verfügung.

Auf der Lohnsteuerkarte können unter anderem folgende Ausgaben eingetragen werden, sofern bei einigen der Freibeträge die Summe der Aufwendungen mindestens 600 Euro über dem Werbungskostenpauschbetrag liegt:

  • Werbungskosten
  • Sonderausgaben
  • Außergewöhnliche Belastungen
  • Negative Einkünfte

Kein Freibetrag für Existenzgründer

Entgegen landläufig anderer Aussagen existiert für Existenzgründer oder Kleinunternehmer kein besonderer Freibetrag. Vielfach gehen Personen, die eine Selbstständigkeit planen davon aus, in der Gründungsphase steuerliche Vorteile in Form eines Steuerfreibetrags für Existenzgründer zu genießen. Dafür besteht keine rechtliche Grundlage. Vielmehr ist auch diese Personengruppe verpflichtet, die Gesamteinkünfte, die den Grundfreibetrag übersteigen zu versteuern. Es existiert auch kein ermäßigter Steuersatz! Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie > Existenzgründungsportal > Einkommensteuer Freibetrag.

Literatur

Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Thema und Literatur-Tipps.

Bücher
Moes C.;  2010: Die Steuerfreiheit des Existenzminimums vor dem Bundesverfassungsgericht: Eine ökonomische, steuersystematische und grundrechtsdogmatische Kritik des subjektiven Nettoprinzips.

Knief P.; 1968: Steuerfreibeträge als Instrumente der Finanzpolitik (Abhandlungen zur Mittelstandsforschung) (German Edition) Taschenbuch –

Web

Bundesverfassungsgericht: Steuerfreies Existenzminimum

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin): Steuerfreibeträge für Forschung und Entwicklung (FuE) ein Defizit in Deutschland?

Deutscher Hochschulverband: Steuerfreiheit bei Lehrtätigkeit und Vortragsveranstaltungen

Trends & Entwicklung

Höhere Steuerfreibeträge 2017 und 2018

Die Bundesregierung hat am 12.10.2016 beschlossen, die Steuerfreibeträge in den nächsten beiden Jahren zu erhöhen. Neben dem Kinderfreibetrag wird auch der Grundfreibetrag erhöht. In 2017 soll dieser von bisher 8.652 Euro auf 8820 Euro in 2017 und auf 9000 Euro in 2018 steigen.

Suchinteresse

Mit welchem Interesse wird nach „Steuerfreibetrag“ im Internet gesucht? In der Abbildung 2 ist die zeitliche Entwicklung der Suche nach diesem und weiteren Keywords bei Google dargestellt.

Vergleich des Suchinteresses zu verschiedenen Steuerfreibeträgen bei Google Trends

Abb. 2: Interesse an den Suchbegriffen Steuerfreibetrag, Steuerfeibeträge, Kinderfeibetrag und Grundfreibetrag von 2004 – 2016. Dargestellt ist jeweils das relative Suchvolumen. Quelle: https://www.google.de/trends/

Es fallen als Trend mehrere Dinge sofort ins Auge: Der Begriff Steuerfreibetrag wird im Singular deutlich mehr nachgefragt als im Plural. Das Suchinteresse nimmt von „Grundfreibetrag“ über „Steuerfreibetrag“ nach „Kinderfreibetrag“ zu. Im Zeitverlauf ist eine saisonale Dynamik mit charakteristischen Maxima festzustellen und das Suchinteresse ändert sich kaum. Für die weitere Entwicklung, üblicherweise als Prognose in der Darstellung wählbar, liefert Google keine Daten.

Hier finden Sie weiterführende Informationen zur Interpretation von Google Trend Daten.

FAQ

kein Steuerfreibetrag für Migranten
Freigenze vs. Freibetrag
Abschaffung

News

16.12.2016 Der Bundestag hat für 2017 eine Erhöhung der Steuerfreibeträgebeschlossen.

12.10.2016 Der Bundesfinanzminister verspricht die Steuerfreibeträge in 2017 und 2018 zu erhöhen

„Familien und Steuerpflichtige können sich auf unsere Zusagen verlassen. Auch in den nächsten zwei Jahren erhöhen wir die steuerlichen Freibeträge und gleichen das Kindergeld und den Steuertarif an die Inflation an. Insgesamt entlasten wir Familien und Steuerzahler um mehr als 6 Mrd. Euro. Das stärkt die Binnenwirtschaft und damit das Wachstum in Deutschland.“

„Im Einzelnen sieht der Gesetzentwurf die folgenden Anpassungen vor:
1. Anhebung des Grundfreibetrags von jetzt 8.652 Euro um 168 Euro auf 8.820 Euro (2017) und um weitere 180 Euro auf 9.000 Euro (2018)“.

 

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