Umsatzsteuer USA - FlaggeDie Vereinigten Staaten von Amerika besitzen 50 Bundesstaaten. Es gibt keine einheitliche Mehrwertsteuer in den USA, sondern jeder Bundesstaat legt seine eigenen Steuersätze fest. Die Situation der Umsatzsteuer in den USA ist damit für Deutsche zunächst einmal unübersichtlich. Dazu kommt die lokale Mehrwertsteuer, die die meisten Städte und Gemeinden zusätzlich verlangen. Teilweise ändern sich die Steuersätze auch nach der Jahreszeit oder nach den Bedürfnissen einiger Kommunen und Städte. Die amerikanische Übersetzung der Mehrwertsteuer lautet Sales Tax, für Umsatzsteuer wird Value Added Tax (VAT) verwendet.

Verschiedene Mehrwertsteuersätze in den USA

Urlauber aus Europa sind bei ihrem ersten Amerikabesuch häufig wegen der Mehrwertsteuer verwirrt. Europäische Verbraucher sind es gewohnt, dass jedes Land einen festen Mehrwertsteuersatz hat, der im gesamten Land gültig ist. Die Preise in den europäischen Geschäften und Supermärkten werden als Bruttopreise angegeben, das heißt, in dem Endpreis ist die jeweilige Umsatzsteuer bereits enthalten. Der Kunde kann während des Einkaufs genau zusammenrechnen, welchen Betrag er an der Kasse zahlen muss. Das sieht in den USA völlig andern aus, da die Höhe der MwSt. von Stadt zu Stadt und von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich hoch ausfallen kann. Aus diesem Grund erfahren die Verbraucher auch nur die Nettopreise der einzelnen Produkte und die USt wird erst an der Kasse dazugerechnet. Das verwirrt häufig europäische Käufer, da sie als Gesamtbetrag eine höhere Summe zahlen müssen als gedacht.

Vor Antritt einer Reise in die USA können sich die Urlauber im Internet über die Höhe der Umsatzsteuer in den amerikanischen Bundesstaaten erkundigen. Es finden sich sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Listen, in denen die einzelnen Mehrwertsteuersätze aufgeführt sind. Dabei müssen die Reisenden beachten, dass es in einigen amerikanischen Bundesstaaten, wie Montana oder Oregon, keine staatseigene USt gibt. Das muss aber nicht bedeuten, dass alle Einkäufe in diesen Staaten steuerfrei erledigt werden können. Die einzelnen Städte und Gemeinden der Staaten sind berechtigt, ihre eigene lokale Steuer auf die Waren aufzuschlagen und zu vereinnahmen. Auch diese Steuern laufen unter dem Begriff Sales Tax.

Höhe der Mehrwertsteuer: Mehrwertsteuersätze

Die 1937 gegründete, unabhängige amerikanische Forschungseinrichtung Tax Foundation listet auf ihrer Homepage unter die durchschnittlichen Steuersätze der einzelnen Bundesstaaten auf. Hier erhalten Verbraucher einen Überblick über die allgemeine Steuerbelastung von Waren und Dienstleistungen in den USA. Zur Berechnung der Zahlen hat die Tax Foundation die staatsweiten Mehrwertsteuersätze sowie Durchschnittsätze der zusätzlich berechneten, lokalen Steuersätze addiert. Die Bundesstaaten der USA mit der höchsten kombinierten Steuerbelastung aus bundesstaatlichen und lokalen Umsatzsteuersätzen sind demnach:

  • Tennessee mit 9,45 %
  • Arkansas mit 9,26 %
  • Alabama mit 8,91 %
  • Louisiana mit 8,91 %
  • Washington mit 8,89 %

Stärkste Volkswirtschaft der Welt

Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen seit vielen Jahren an der Spitze aller Volkswirtschaften und erwirtschaften circa ein Fünftel des gesamten Welteinkommens pro Jahr, mit einem entsprechenden Mehrwertsteuer Umsatz. Das liegt zum einen an der großen Fläche des Landes mit 10 Millionen km² und zum anderen an der geringen Einmischung des Staates in das wirtschaftliche Geschehen. Der bekannte Spruch „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ ist eng mit dem American Dream verknüpft. Der amerikanische Traum stammt aus dem 18. Jahrhundert, seit Amerikaner bewiesen haben, dass sie es durch harte Arbeit, Sparsamkeit, gute Ideen und einen klugen Einsatz ihres Kapitals zu Reichtum und Wohlstand gebracht haben.

Schon nach dem ersten Weltkrieg erlebten die USA für zehn Jahre ein enormes Wirtschaftswachstum, das jedoch mit dem Börsencrash in New York im Jahr 1929 endete. Auch nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu einem erneuten Wirtschaftswachstum, das sich aber mit der Ölkrise von 1973 stark verlangsamte. Unter den Präsidenten Ronald Reagan und Bill Clinton wuchs das Bruttoinlandsprodukt der USA (BIP) um insgesamt 69 %, da die beiden Präsidenten Steuern senkten und die Arbeitslosigkeit abbauten. Unter der Präsidentschaft von George W. Bush stieg durch die zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen der USA die Staatsverschuldung weiter an.

Krisen in der amerikanischen Volkswirtschaft haben Auswirkungen in der ganzen Welt. Das zeigte sich sehr deutlich in der jüngsten Finanzkrise, die 2007 in den USA als Immobilienkrise begann. Die Staatsverschuldung der USA stieg noch weiter an und zahlreiche Finanzunternehmen gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten oder mussten sogar Insolvenz anmelden, wie die amerikanische Großbank Lehman Brothers Holding Inc. Wie das Auswärtige Amt hier darlegt, hat sich die Wirtschaft der Vereinigten Staaten nach der Finanzkrise ab dem Jahr 2008 nur langsam wieder erholt. Zunächst sorgte der Immobilienmarkt mit steigenden Preisen und Absatzzahlen für Aufschwung. Außerdem geben die amerikanischen Verbraucher wieder mehr Geld aus, weil zum einen die Arbeitslosenzahlen gesunken sind und zum anderen durch die weltweit sehr niedrigen Energiepreise die Verbraucher mehr Geld übrig haben, das sie für den Konsum verwenden können.

Die USA sind der größte Warenimporteur der Welt und nur China exportiert mehr Güter als die amerikanischen Unternehmen. Entsprechend hoch ist das USA Umsatzssteuer Volumen. Die meisten Produkte liefern die Vereinigten Staaten an folgende Länder:

  • Kanada
  • Mexiko
  • China
  • Japan
  • Großbritannien
  • Deutschland

Aus diesen Ländern werden die meisten Güter in die USA geliefert:

  • China
  • Kanada
  • Mexiko
  • Japan
  • Deutschland

Amerika ist ein Dienstleistungsland, was sich auch darin zeigt, dass fast 70 % des BIP aus dem Dienstleistungssektor erwirtschaftet werden. Der industrielle Bereich inklusive der Landwirtschaft trägt zu etwa einem Fünftel zum BIP bei, wobei der Anteil der amerikanischen Landwirte nur bei ungefähr einem Prozent liegt. Circa 13 % des BIP werden durch staatseigene Unternehmen und Behörden erzielt.

Lieferungen in ein Drittland

Die Industrie- und Handelskammer in Frankfurt am Main erklärt, dass Lieferungen deutscher Unternehmen in ein Drittland, also an einen Empfänger mit Sitz außerhalb der EU, unter Erfüllung einiger Voraussetzungen von der USA Umsatzsteuer befreit sind. Die gesetzlichen Grundlagen für die Steuerbefreiung finden sich in den Paragrafen
4 Nr. 1a und 6 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) sowie in den Paragrafen 8 bis 17 der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV).

Falls der deutsche Käufer den Versand der Ware in die USA durchgeführt hat, reicht das Ankommen der Ware am Bestimmungsort, um von der Steuer befreit zu sein. Führt dagegen der Käufer den Versand aus, muss die Ware in dem Drittland angekommen sein und der Käufer muss ein Ausländer sein, um die Voraussetzungen zu erfüllen. Eine Lieferung an die eigene Tochtergesellschaft oder an ein anderes deutsches Unternehmen in Amerika berechtigt nicht zur Steuerbefreiung.

Damit das Finanzamt die umsatzsteuerfreie Rechnung anerkennt, muss der deutsche Lieferant folgende Punkte beachten:

  • Nachweis der Ankunft der Ware in den USA durch eindeutige Belege
  • entweder Anmeldung im elektronischen Ausfuhrverfahren ATLAS-Ausfuhr und Befolgung der dort geforderten Schritte oder, bei nicht elektronischer Anmeldung:

Vorlage

  • der weißen Spediteursbescheinigung oder
  • des handelsrechtlichen Frachtbriefs oder
  • eines Konnossements oder
  • eines Einlieferungsschein für den Postverkehr oder
  • eines Doppelstücks des Posteinlieferungsbeleges inklusive Versendungsbezugsnummer der Auftragsanmeldung (Movement Reference Number MRN)
  • Die Rechnung muss einen Hinweis auf die Steuerbefreiung enthalten und der Rechnungsbetrag muss entweder in Euro ausgewiesen oder von USD in EUR umgerechnet werden.

Umsatzsteuer Umrechnungskurse USD nach EURO

Für steuerliche Belange ist eine Umrechnung von in Rechnungen ausgewiesene US Dollar Beträge in Euro vorzunehmen. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht dazu in regelmäßigen Abständen Umrechnungskurse.
Nach § 16 Abs. 6 Satz 1 UStG sind für abziehbaren Vorsteuerbeträge sind US Dollar nach Durchschnittskursen in Euro umzurechnen. In vielen Fällen akzeptiert das Finanzamt auch Tageskurse, wenn dies durch entsprechende Bankbelege dokumentiert werden kann. Aktuelle Dollarkurse gibt es beispielsweise auf www.dollarkonto.com/dollarkurs-entwicklung-prognose.html.

Mehrwertsteuer Rückerstattung: Ratschläge für deutsche Urlauber

Im amerikanischen Bundesstaat Louisiana erhalten Ausländer gegen Vorlage ihres Reisepasses an einem Schalter am Flughafen die gezahlten Sales Taxes wieder zurück (Mehrwertsteuer Rückerstattung). Dazu muss der Einkauf jedoch in einem Geschäft erfolgt sein, das „tax free shopping“ anbietet. Der Urlauber muss zunächst den Kaufpreis zuzüglich MwSt. zahlen und erhält einen Beleg für die Steuererstattung, den Tax Refund Voucher. Dieser muss am Flughafen in New Orleans beim Louisiana Tax-Free Shopping LTFS Refund Center vorgelegt oder per Post an das Center verschickt werden.

Bei der Einreise nach Deutschland müssen die in den USA gekauften Waren beim Zoll angegeben werden. Die Käufer müssen Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Zoll für ihre Einkäufe bezahlen.

 

Mehrwertsteuer-Information zu weiteren Ländern

Mehrwertsteuer in Belgien

Mehrwertsteuer in Frankreich

Mehrwertsteuer in USA Infos & Tipps

Mehrwertsteuer England

Mehrwertsteuer in Polen

Mehrwertsteuer in Schweden

Mehrwertsteuer Schweiz

Mehrwertsteuer in Spanien = IVA

Mehrwertsteuer in Italien = IVA

Mehrwertsteuer in den Niederlanden