Aktuelle Entwicklung: Update 2020: seit dem 24. Juni 2019 ist der Simbabwe-Dollar wieder offizielles Zahlungsmittel und löst den bisher gültigen Real-Time Gross Settlement Dollar (RTGS-Dollar) ab. Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa hat am Freitag geschworen, den US-Dollar nicht wieder zu verwenden, nachdem eine neue Landeswährung seit seiner Einführung in diesem Jahr gegen den US-Dollar gesunken war, was die Inflation und die wirtschaftliche Not angeheizt hat.

 Der Simbabwe Dollar wurde außer Verkehr gezogen

Der Zimbabwe-Dollar wird in der Zeit von Juni – September 2015 komplett abgeschafft und aus dem Verkehr gezogen. Die Staatsorgane veranlassen den Tausch auf Bankkonten im Verhältnis 175 Billiarden Zimbabwe-Dollar gegen 5 US Dollar. Bürger, die an Bankschaltern Bargeld tauschen möchten erhalten einen deutlich schlechteren Kurs – brauchen dafür aber im Gegenzug nicht belegen, woher sie die ZWD Dollar haben.

Geschichte

Der vierte Simbabwe-Dollar wurde 2009 aufgrund der Hyperinflation eingeführt und stellte nach dem ersten, zweiten und dritten Dollar bereits die vierte Währung seit Simbabwes Unabhängigkeit im Jahre 1980 dar. Der erste Simbabwe-Dollar (ZWD) löste den Rhodesien-Dollar im Verhältnis 1:1 ab, beide Währungen liefen jedoch über ein Jahr lang parallel weiter, bevor der Rhodesien-Dollar schrittweise aus dem Verkehr gezogen wurde. Derzeit ist der Simbabwe-Dollar aufgrund der anhaltend desolaten wirtschaftlichen Lage des Landes außer Kraft gesetzt. Der ISO-4217-Code lautet ZWL, die Abkürzung ist Z $.

Währungsumstellung wegen Hyperinflation

Um der anhaltenden Hyperinflation entgegen zu wirken, nahm die Regierung Mugabes 2006 eine Währungsumstellung vor. Der zweite Simbabwe-Dollar (ZWN) konnte im August im Verhältnis 1:1000 umgetauscht werden. Logistische Probleme führten jedoch zu teils chaotischen Umständen. Zudem konnte die neue Währung die Hyperinflation nicht bremsen. Im Jahr 2007 konnte die Versorgung mit Papiergeld nicht sichergestellt werden. Um Geld abzuheben, mussten Bankkunden bis zu mehren Stunden anstehen. Die Regierung Simbabwes gab daraufhin Inhaberchecks zu 1, 5 und 10 Millionen Dollar aus, im Mai 2008 wurden sie zu 100 und 250 Millionen Simbabwe Dollar ausgegeben. Eine erneute Währungsumstellung, die bereits für Beginn 2008 geplant war, wurde hinausgezögert.

100 Milliarden-Dollar-Banknote nutzlos

Die Hyperinflationsrate betrug im November 2008 fast 90 Trilliarden Prozent. Die 100 Milliarden-Dollar-Banknote, die bereits im Juli 2008 ausgegeben wurde, war die Banknote mit dem höchsten Nominal im Jahr und erwies sich dennoch im Zahlungsverkehr innerhalb nur weniger Wochen als nutzlos. Und dies, obwohl die Reserve Bank of Zimbabwe im August 2008 eine erneute Währungsumstellung durchgeführt hatte und 10 Nullen von der Währung gestrichen hatte. Der dritte Simbabwe-Dollar (ZWR) halbierte seinen Wert jedoch bereits bis Mitte August. Im Januar 2009 erreichte die tägliche Inflationsrate fast 100 Prozent, sodass die Hyperinflation in Simbabwe eine der höchsten jemals beobachteten ist. Lediglich die Inflation 1946 im ungarischen Pengö übertrifft die gemessenen Werte noch. Ende Januar erlaubte die Mugabe-Regierung die Nutzung anderer Währungen in allen Geschäften.

Der vierte Simbabwe-Dollar (ZWL) ist seit Februar 2009 gültig und entstand durch das Streichen weiterer 12 Nullen. Kurz darauf entschied sich die Regierung, Beamtengehälter in US-Dollar auszuzahlen. Im April wurde die Währung von der Regierung suspendiert und ausländische Währungen wie Euro, Südafrikanischer Rand und US-Dollar als Zahlungsmittel eingeführt.

Wirtschaftliche Lage in Simbabwe

Simbabwe verfügt eigentlich über ein herausragendes wirtschaftliches Potenzial. Fruchtbare Erde, bedeutende Bodenschätze und ein vergleichsweise hoher Bildungsstand der Bevölkerung legen einen hervorragenden Grundstein für eine florierende Wirtschaft. Dennoch ist Simbabwe momentan eine der ärmsten Volkswirtschaften der Welt und geprägt durch eine sehr hohe Arbeitslosenquote, ein niedriges BIP, Devisenknappheit und Investitions- und Energiemangel.

In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit entwickelte sich Simbabwe bis zur Mitte der 1990er Jahre zu einer der stärksten Volkswirtschaften des afrikanischen Kontinents. Vor allem Tourismus, Landwirtschaft und Bergbau konnten erhebliches Wachstum verzeichnen. Simbabwes florierende Landwirtschaft brachte dem Staat sogar den Beinamen „Kornkammer Afrikas“ ein. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs deutlich und eines der wenigen Probleme stellte die vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote dar, die auch durch die hohe Geburtenrate mitverursacht wurde. Zudem galt Simbabwe als einer der afrikanischen Staaten mit geringer Korruptionsrate und das Investitionsklima galt als gut.

Regierung unter Mugabe mit Austeritätspolitik

Seit 1991 versuchte die Regierung unter Mugabe mehr Auslandsinvestitionen durch internationale Unternehmen zu erreichen und strebte deswegen eine größere Marktorientierung an. Die darauf folgende Austeritätspolitik führte jedoch dazu, dass sich vor allem Kleinbauern und Kleinbetriebe nicht unter den neuen Marktbedingungen behaupten konnten und sich dem mangelnden Zugang zu technischen, finanziellen und natürlichen Ressourcen gegenübersahen. Auch öffentliche Dienstleistungen für die Bevölkerung wurden reduziert. Als Folge sank die Zahl der Beschäftigten deutlich und die Wirtschaft stagnierte. Die Umstellung von Planwirtschaft zur Marktwirtschaft gelang nur unvollkommen und bremste die wirtschaftliche Entwicklung des Landes deutlich.

Landreform und Enteignung weißer Farmer

Im Jahr 2000 folgte dann die die jahrelang herausgezögerte Landreform, die weiße Farmer enteignete und teilweise gewaltsam durchgeführt wurde. In mehreren Reformschritten wollte Präsident Mugabe das Land neu verteilen und die weißen Farmer entschädigen. Tatsächlich sollen jedoch viele Farmen ohne Entschädigungszahlung in den Besitz von Mitgliedern der Regierungspartei ZANU-PF übergegangen seien, die ihrerseits kein Interesse daran hatten, das Land zu bewirtschaften. Viele weiße Siedler flüchteten und hinterließen ihre Farm absichtlich in einem Zustand, der die Bewirtschaftung erschwerte. So zerstörten sie Traktoren und Bewässerungsanlagen und brachten ihr Vieh um. Als Folge herrschte in Simbabwe Nahrungsmittelknappheit und viele ehemalige Farmarbeiter konnten keine neue Beschäftigung finden. Zudem verlor die Regierung Mugabes zunehmend das Vertrauen unter ausländischen Investoren.

Auch das politische Klima verschärfte sich deutlich und Mugabe etablierte eine konsequente Diktatur, in dem er Justiz und Medien gleichschaltete, Meinungs- und Versammlungsfreiheit deutlich einschränkte und Mitglieder der Opposition erhebliche Repressionen fürchten mussten. Das Vorgehen Mugabes führte zu einer Suspendierung Simbabwes im Commonwealth of Nation im Jahre 2002, woraufhin es Ende 2003 austrat. Die Isolierung des Regimes setzte sich in den Folgejahren weiter fort und verschärfte die wirtschaftlichen Probleme weiter, zumal der Vertrauensverlust bei ausländischen Investoren immer tiefgreifender wurde. Nach dem Tod Mugabes kehren weiße Farmer teilsweise wieder zurück.

Aktuelle wirtschaftliche Entwicklung

Als problematisch gelten derzeit weitere illegale Farmbesetzungen und die Umsetzung des Indigenisierungsgesetzes, das eine Mehrheitsbeteiligung von „indigenen“ Simbabwern in allen Unternehmen vorsieht und somit ausländische Investoren abschreckt. Dabei werden vor allem aus parteipolitischen Gesichtspunkten ausgewählte Personen zulasten von kompetenten oder finanzkräftigen Investoren begünstigt. Dennoch scheint sich Simbabwe in den letzten Jahren sowohl politisch als auch wirtschaftlich etwas stabilisiert zu haben. Das ZimAsset 2013-2018-Programm, das von der amtierenden Regierung im Oktober 2013 verabschiedet wurde, wirkt zwar vielversprechend, die Finanzierung ist jedoch unklar.

Vor allem die Auslandsinvestitionen müssen erheblich zunehmen, damit überhaupt eine Chance auf ein Erreichen der Ziele und somit eine Wiedereinführung des Simbabwe Dollar besteht. Zudem müssen die Haushaltsdisziplin und die Verwendung internationaler Währungsreserven verbessert werden. Als problematisch gilt nach wie vor die Energieknappheit. Drastische Strompreiserhöhungen und häufige Stromausfälle beeinträchtigen die Produktion deutlich. Als zentraler Schlüssel zur wirtschaftlichen Wiedererstarkung gilt jedoch vor allem die Nutzung der Erlöse aus den Bodenschätzen. Derzeit werden sie zugunsten Einzelner und zur Finanzierung des Sicherheitsapparates genutzt und zeichnen sich ohnehin durch intransparente Verwendung aus.

 

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